„Visa al paraiso“ – Filmvorführung in Wien

Filmposter "Visa al Paraiso"

Filmposter „Visa al Paraiso“

Was: Vorführung des Films „Visa al Paraiso“ am Tag des mexikanischen Protestes gegen den Anschluss Österreichs
Wann: So., 19.03.17,18 Uhr
Wo: Primavera Festival für Menschenrechte, TOP KINO, Rahlgasse 1 (Ecke Theobaldgasse), 1060 Wien
Wieviel: 7 €, SchülerInnen, Studierende 6 €, Kinder (bis 12 Jahre) 5 €

Der mexikanische Generalkonsul in Frankreich, Gilberto Bosques, konnte mit mexikanischen Visa zehntausende Verfolgte vor der Verschleppung in nationalsozialistische Konzentrationslager oder Ermordung durch das Francoregime retten. Lillian Lieberman sprach mit dem hundertjährigen Don Gilberto und vielen jüdischen, kommunistischen, republikanischen EmigrantInnen – darunter Anna Seghers.

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„Transit“ – Theater in Wolfsburg

Anna Seghers' Roman "Transit"

Anna Seghers‘ Roman „Transit“

Was: Theaterstück von Paul Binnerts nach dem Roman von Anna Seghers
Wann: Do., 30.03.2017, 20 Uhr
Wo: Theater Wolfsburg, Klieverhagen 50, 38440 Wolfsburg
Wieviel: 32-9 €, 16-4,50 €
Karten:
Tel. 05361 2673-38, online

… stell dir vor du hast es erreicht, dein Visum, dein Transit, bist reisefertig, hast dich von deinen Liebsten verabschiedet, dein Leben hinter dich geworfen – und dann verweigert man dir den Ausreisestempel… So ging es vielen, die 1940 in Marseille gestrandet sind. Ein buntes internationales Gemisch aus Fremdenlegionären, Deserteuren, Spitzeln, Schleppern und Verzweifelten. Was wird nicht alles angeboten im Tausch für das begehrte Schiffspapier. Schreie im Hotel! Razzia! Bilder aus dem Film „Casablanca“ werden wach. Und inmitten dieser Wirren ein Mann, der die Identität eines Toten annimmt, um an Papiere zu kommen, und seine Suche nach einer jungen Frau, die er noch nicht kennt, sich aber sofort in sie verliebt.

Der holländische Regisseur Paul Binnerts hat – mit den Bildern aus dem Filmklassiker im Kopf und den tragischen Meldungen untergehender Flüchtlingsboote unserer Tage vor Augen – diesen ungemein spannenden und erschreckend aktuell gebliebenen Roman für die Bühne umgesetzt.

Koproduktion Wu Wei Theater Frankfurt, Theater Willy Praml, Kulturamt / Theater Idar-Oberstein

„‚Und draußen weht ein fremder Wind‘ – Über die Meere ins Exil“ – Lesung in Berlin

Cover "'Und draußen weht ein fremder Wind' – Über die Meere ins Exil"

Cover „‚Und draußen weht ein fremder Wind‘ – Über die Meere ins Exil“

Was: Kristine von Soden  über die Flucht jüdischer Emigrantinnen von Mascha Kaléko bis Anna Seghers nach Palästina, Shanghai oder Amerika von 1933 – 1941
Wann: Di., 28.03.17, 18 Uhr
Wo: Anna-Seghers-Gedenkstätte, 12489 Berlin, Anna-Seghers-Straße 81
Anmeldung: Di./ Do. 10-16 Uhr Tel. 030 6774725

Die Autorin Kristine von Soden (Wiesbaden) hat sich seit vielen Jahren mit den Schicksalen jüdischer Emigrantinnen beschäftigt, die während der Nazizeit gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen und über die Meere und Ozeane zu fliehen. In ihrem neuen Buch folgt sie den Spuren des Exils nach Westeuropa und Amerika, bis nach Südafrika und Shanghai. Dabei recherchiert sie genau, welche Hindernisse und oft lebensbedrohlichen Gefahren die Frauen mit ihren Familien zu bestehen hatten. Unter den porträtierten Emigrantinnen sind etwa Mascha Kaléko, Else Lasker-Schüler, Ruth Klinger, Monika Mann, Lilli Palmer, Gabriele Tergit, Friderike Zweig und auch Anna Seghers mit ihren Kindern. Geglückte und zum Teil auch tragisch gescheiterte Fluchten ergeben ein packendes Zeitgeschichtsbild von 1933 bis zum Ausreiseverbot 1941 – ein bisher vernachlässigter Blick auf die Geschichte der Emigration. Das Buch bietet zudem hochinteressantes Bildmaterial.

„Transit“ – Szenische Lesung in Bonn

Was: „Transit“ – Szenische Lesung mit dem Theater fulminant
Wann: Do., 16.03.17, und Fr., 17.03.17, jeweils 19 Uhr
Wo: Uniklinik Köln, Hörsaal für Psychiatrie und Neurologie, Gleueler Str. 115, 50931 Köln
Wieviel: 8 €, erm. 4 €
Karten: Tel. 0228 / 60 44 766 oder an der Abendkasse

„Transit“ ist ein autobiographischer Roman von Anna Seghers, welcher in beeindruckender Weise von den Flüchtlingsströmen erzählt, die im Sommer 1940 aus ganz Europa in das kurz vor der Besetzung stehende Marseille flohen und sich dort zu Tausenden versammelten. Die Flüchtlinge versuchen verzweifelt den sich nähernden Truppen der Nationalsozialisten zu entkommen, scheitern aber oft an fehlenden Papieren, Geldnöten und zu wenigen Plätzen auf den Schiffen.Eingebettet in diese für uns heute aktuelle Schilderung vom Alltag der Flüchtlinge, die auf der Jagd nach Transiten, Visa und Schiffsbillets sind, ist eine komplizierte Liebesgeschichte, die ein erstaunliches Ende nimmt. In der 1 ½-stündigen szenischen Lesung werden 30 kurze Szenen von insgesamt elf Schauspielern mit und ohne Handicap gespielt.

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„Erzählen von der Kraft der Schwachen“ – Lesung in Köln

Anna Seghers' "Ausflug der toten Mädchen"

Anna Seghers‘ „Ausflug der toten Mädchen“

Was: Dr. Christa Degemann liest aus Anna Seghers‘  „Das siebte Kreuz“ und „Der Ausflug der toten Mädchen“
Wann: Do., 09.02.17, 19:30 Uhr
Wo: Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln
Wieviel: 5 €, erm. 3 €

Wann und wo muss Widerstand anfangen? Mehr als 70 Jahre nach der Befreiung vom Hitler-Faschismus sind auf Deutschlands Straßen wieder rechte Parolen zu hören.

Wie es im „Dritten Reich“ Menschen gelang, sich zu widersetzen – davon erzählt Anna Seghers (1900-1983) in dem Roman „Das siebte Kreuz“ (1942), der die Leser in ihre rheinische Heimat führt. Aus einem Konzentrationslager in der Nähe von Mainz sind sieben Gefangene entkommen. Spannend, berührend und poetisch zugleich erzählt sie von Menschen, die mit kleinen Gesten der Hilfe beweisen, dass die Kraft der Schwachen eine Bresche in die Allmacht des Terrors schlagen kann.

In der biografisch gefärbten Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“ (1943) stehen Schicksale junger Mädchen und Frauen im Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Auf ergreifende Weise versucht Seghers, ihr eigenes jüdisches Schicksal sowie das ihrer Eltern zu bewältigen.

Veranstalter: Kath. Bildungswerk Köln und Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

„Flucht über die Meere“ – Film, Vortrag, Lesung, Gespräch in Berlin

Was: „Flucht über die Meere“ – Film, Vortrag, Lesung, Gespräch
Wann: Do., 16.02.2017, 18.15 Uhr
Wo: Museum Europäischer Kulturen, Arnimallee 25, 14195 Berlin
Wieviel: Eintritt frei

14 Jahre Exil in Paris und Mexiko während des Nationalsozialismus waren für Anna Seghers eine entscheidende Phase ihres Lebens. Trotz der schwierigen Lebensbedingungen, mehrfach unter Todesgefahr, ist in dieser Zeit ihr Hauptwerk entstanden: die Romane „Das siebte Kreuz“, „Transit“, die Erzählungen „Post ins Gelobte Land“, „Der Ausflug der toten Mädchen“ oder der Essay „Frauen und Kinder in der Emigration“.

Nach Ende des Krieges wollte sie schnell nach Deutschland zurückkehren, die Sehnsucht nach der Muttersprache wurde übermächtig. Doch sie kam 1947 nicht nur in ein zerstörtes Land, sie kam, wie sie fand, auch in ein fremdes Land. Ihre persönliche Situation, ins „Volk der kalten Herzen“ zu geraten, ganz allein, ohne Familie, kostete sie viel Kraft.

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„Verbrannte Bücher – von den Nazis verfemte Schriftsteller“ – Ausstellung in Mainz

Was: Ausstellung „Verbrannte Bücher – von den Nazis verfemte Schriftsteller“
Wann: 26.01.–24.02.17
Wo: Landtag Rheinland-Pfalz, Foyer des Abgeordnetenhauses, Kaiser-Friedrich-Str. 3, 55116 Mainz
Wieviel: Eintritt frei

Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Bücherverbrennung im Jahr 1933 und das Schicksal einiger damit verbundener Schriftsteller. Am 10. Mai 1933 verbrannten die Nationalsozialisten in mehreren deutschen Städten Bücher und Schriften, die als „undeutsches Schrifttum“ bezeichnet wurden. Bei der Säuberung öffentlicher Bibliotheken wurden unter anderem die Bücher von Karl Marx, Heinrich Heine, Sigmund Freud, Thomas und Heinrich Mann, Erich Maria Remarque, Bertolt Brecht, Erich Kästner und Kurt Tucholsky beschlagnahmt. Auch die Mainzer Schriftstellerin Anna Seghers stand auf der sogenannten „Schwarzen Liste“.

Die Ausstellung wird vom Landtag Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V. Zur Ausstellungseröffnung am Donnerstag, den 26. Januar 2017, 18:30 Uhr, sprechen Landtagspräsident Hendrik Hering, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die Vorsitzende des Förderkreises Lea Rosh.

„Auf den Spuren der Bücherverbrennung durch Mainz“ – Stadtführung in Mainz

27. Januar 2017 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

27. Januar 2017 – Tag des Gedenkens
an die Opfer
des Nationalsozialismus

Was: „Auf den Spuren der Bücherverbrennung durch Mainz“ – Stadtführung in Mainz
Wann: So., 29.01.17, 11 Uhr
Wo: Gedenktafel zur Bücherverbrennung,
Rheinuferpromenade am Rathaus, Mainz
Wieviel: Eintritt frei
Info:
E-Mail kontakt@sozialgeschichte-mainz.de,
www.sozialgeschichte-mainz.de

Nach der Verbrennung „undeutscher Bücher“ auf dem Berliner Opernplatz am 10./11. Mai 1933 warf am 23. Juni 1933, dem Vorabend des Gutenbergfestes, auch die Mainzer NS-Studentenschaft öffentlich Werke verfemter Schriftsteller ins Feuer.
Es werden Textauszüge von einigen damals verbotenen Mainzer Autorinnen und Autoren (Anna Seghers, Carl Zuckmayer, Rudolf Frank) gelesen sowie Stätten aufgesucht, die daran erinnern, wie
zwischen 1933 und 1945 das Kulturleben in Mainz
zerstört wurde.

Veranstaltende: Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V.

Programmheft zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 [pdf]

„‚Die Fahrt ins Exil ist the journey of no return‘ – Anna Seghers und Carl Zuckmayer in Briefen und Texten aus dem Exil“ – Vortrag und Lesung in Mainz

Was: Historische Einführungen von Peter Krawietz und Hans Berkessel mit anschließender Lesung aus Briefen und literarischen Texten des Exils von Carl Zuckmayer und Anna Seghers durch die Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt mit musikalischen Improvisationen von Winfried Späth
Wann: Do., 26.01.17, 19 Uhr
Wo: Zitadelle, Drusus-Saal, Windmühlenstraße, 55131 Mainz
Wieviel: Eintritt frei

Nach einer historischen Einführung in die Lebens- und Arbeitssituation der beiden Schriftsteller während des Exils in Frankreich/Mexiko bzw. Österreich/USA soll der Fokus auf die Erfahrungen und die je unterschiedlichen Reaktionen darauf gerichtet und ein Einblick in den Alltag vermittelt werden.

Anna Seghers – als Jüdin und links engagierte Schriftstellerin doppelt bedroht – floh mit der Familie nach Paris. Hier arbeitete sie zw. 1937 und 1939 an ihrem später erfolgreichsten Roman „Das Siebte Kreuz“. Nach dem Einmarsch der Deutschen gelang ihr 1941 von Marseille aus nach einer wochenlangen Odyssee die Überfahrt nach Mexiko City. Hier schrieb sie u. a. den Roman „Transit“. Im Juni 1943 verlor sie nach einem schweren Verkehrsunfall ihr Gedächtnis und erfuhr zur gleichen Zeit von der Ermordung der Mutter Hedwig Reiling in Polen. Den Kampf um die Erinnerungen und die Trauer um die Mutter verarbeitete sie in ihrer vielleicht schönsten Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“.

Carl Zuckmayer, schon 1931 nach der erfolgreichen Aufführung seines Theaterstücks Der Hauptmann von Köpenick im „Völkischen Beobachter“ als „halbjüdischer Asphaltliterat“ diffamiert, zog zunächst in die Wiesmühl bei Salzburg. Nach der Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen floh Zuckmayer in die Schweiz, entschloss sich nach der Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft 1939 zur Emigration über Kuba in die Vereinigten Staaten. Als seine Versuche, sich als Schriftsteller hier zu etablieren, scheiterten, sicherte er für einige Zeit das Überleben der Familie mit der Arbeit auf einer Farm in Vermont. Mit der ersten Niederschrift (1942) des später außerordentlich erfolgreichen Theaterstücks „Des Teufels General“ (abgeschlossen 1945) kehrte er ins literarische Leben zurück.

Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstaltende: Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V., Carl-Zuckmayer-Gesellschaft e. V., in Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V.

Programmheft zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 [pdf]

„Der Ausflug der toten Mädchen“ – Lesung in Berlin

Anna Seghers' "Ausflug der toten Mädchen"

Anna Seghers‘ „Ausflug der toten Mädchen“

Was: Erica Eller liest Anna Seghers‘ Erzählung Der Ausflug der toten Mädchen
Wann: Do, 19.01.2017, 20 Uhr
Wo: Theater Grössenwahn Meinekestr. 24, 10719 Berlin
Wieviel: ab 22,15 €
Karten:
 Tel. +49 – (0)30 – 251 10 96, E-Mail: deutsch-juedisches-theater@web.de

Entstanden ist diese wohl schönste Erzählung von Anna Seghers 1942 im mexikanischen Exil. Nach einem schweren Autounfall war sie für Monate ohne Bewusstsein. Allmählich taucht die Erinnerung an einen unbeschwerten Schulausflug im Jahr 1913 in der deutschen Heimat auf … Orte, Schicksale und Zeiten verschmelzen zu einer dichterischen Einheit: Zwischen Traum und Wirklichkeit.

Die Schauspielerin Erica Eller hat sich in Berlin u.a. durch ihre eigenen Produktionen wie „Kassandra“ von Christa Wolf (nominiert für den Friedrich-Luft-Preis) oder „Sabina Spielrein“ von Liv Hege Nylund (DE) einen Namen gemacht und ist dem Jüdischen Theater seit seiner Gründung im Jahr 2001 verbunden.