Das siebte Kreuz im Theater Magdeburg

Am 08.10.21 feiert das Theaterstück nach dem Roman „Das siebte Kreuz“ in der Bearbeitung von Regisseurin Katja Langenbach am Theater Magdeburg Premiere.

Deutschland 1937: Der Zweite Weltkrieg hat noch nicht begonnen, die Vernichtungsmaschinerie des Holocaust ist noch nicht an ihrem Höhepunkt angelangt, doch das Land befindet sich bereits mitten in der nationalsozialistischen Diktatur, die Minderheiten und Oppositionelle in Konzentrationslagern mundtot macht. Die Zivilgesellschaft ist durchsetzt von einem Netz aus Spitzeln und Misstrauen. Wer hält zu einem? Wie viel kann jede*r geben, ohne sich selbst zu gefährden? Diese Fragen werden existentiell für sieben Häftlinge eines KZ bei Worms, die eines Morgens ausbrechen und versuchen unterzutauchen. Der Lagerkommandant lässt sieben Kreuze errichten – als Mahnmal und Strafe für die Geflüchteten, die innerhalb weniger Tage entweder gefasst und zurückgebracht werden oder auf ihrer Flucht sterben. Nur Georg Heisler, ein Kommunist, der für seine politische Arbeit interniert worden war, schafft es, sich in sieben Tagen durchzuschlagen ins niederländische Exil. Auf seinem gefährlichen Weg trifft Georg auf Fremde und alte Bekannte. Manchen kann er nicht trauen, doch sehr viel öfter begegnet ihm Hilfsbereitschaft, die ihm letztlich das Leben rettet.

Der Roman von Anna Seghers, den sie als Zeitzeugin im Exil schrieb, ist die aufwühlende Geschichte einer Flucht in einer so verunsicherten wie widerständigen Gesellschaft und damit ein Plädoyer für Solidarität in unmenschlichen Zeiten.

Weitere Vorstellungen: 09.10., 16.10., 29.10., 05.11. .
Den Trailer zur Inszenierung gibt es hier.

 

 

Dokumentarfilm: Walter Kaufmann – Welch ein Leben!

Mit Bedauern haben auch wir im Frühjahr vom Tod Walter Kaufmanns erfahren, der am 15.4.21 im Alter von 97 in Berlin starb. Nun ist es Karin Kaper und Dirk Szuszies mit der Hilfe vieler Kolleg:innen in aller Welt gelungen, einen Kinodokumentarfilm über das unglaubliche Leben des Schriftstellers zu vollenden. Noch bis kurz vor seinem Tod konnten sie mit Kaufmann zusammenarbeiten. Seine Weltpremiere hatte der Film auf dem Jüdischen Filmfestival Berlin Brandenburg im August dieses Jahres. Am 28.09.2021 wird nun der Kinostart mit einer Galaveranstaltung im Babylon Kino in Berlin gefeiert, die von Knut Elstermann moderiert werden wird. Der Film wird sowohl aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, von der Filmförderungsanstalt FFA und der Kurt und Hildegard Löwenstein/Losten Sitftung, als auch von 321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. und dem Internationalen Auschwitz Komitee e.V. gefördert.

Im Leben Walter Kaufmanns spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken. Der Film folgt den wesentlichen Lebenslinien und weltweiten Erfahrungen des Protagonisten. Walter Kaufmann erlebte persönlich die katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus. Als Schriftsteller und Korrespondent nahm er regen Anteil an der Bürgerrechtsbewegung in den USA, am Prozess gegen Angela Davis, an der Revolution in Kuba, den Auswirkungen der Atombombenabwürfe in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes, der Entwicklung und dem Zusammenbruch der DDR. Der Film bietet jüngeren und älteren Zuschauern eine letzte Gelegenheit, die Welt aus der Perspektive dieses einzigartigen Zeitzeugen vermittelt zu bekommen.

Weitere Informationen und den Trailer zum Film finden sich hier.

Die Veranstaltung beginnt 19.30 Uhr

Anschrift: Babylon Berlin, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

„Anna Seghers in Mexiko oder Anna mit der Kordel“ – Literarisch-musikalische Veranstaltung in Schwerin

Sie gestalten die Veranstaltung (v.l.): Hans-Wolfgang Römer, Helmut Kieswetter, Liane Römer (m.), Eckart Möbius, Stefan Möbius, Anne-Christin Möbius (v.).

Am 11. September 2021 um 15.30 Uhr findet in Schwerin eine literarisch-musikalische Veranstaltung rund um Anna Seghers und ihre Werke statt. Veranstaltet wird der Nachmittag vom LISTA-Literaturclub im Campus am Ziegelsee. Unter der verantwortenden Leitung von Liane Römer und mit der Musik von Dr. Eckart Möbius, Anne-Christin und Stefan Möbius wird der Blick auf Anna Seghers‘ Romane und Erzählungen geworfen und durch klassische Musikstücke begleitet. 

Tickets im Vorverkauf im Campus-Büro: 15.00 €, Restkarten am Einlass, Campus-Büro, Ziegelseestr. 1, Tel. 0385/20888-0

Weitere Informationen finden Sie hier.

„Im Schutz von Adler und Schlange“ in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte

Am Sonntag, 05. September 2021 stellt Monika Melchert ihr Buch „Im Schutz von Adler und Schlange. Anna Seghers im mexikanischen Exil“ in der Friedrich-Wolf-Gedenkstätte vor. Die Veranstaltung beginnt 15.00 Uhr und wird von Dr. Jens Ebert moderiert. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. (03301) 52 44 80 oder (03301) 57 96 98 7 bzw. kontakt@friedrichwolf.de.

 

Adresse: Friedrich-Wolf-Gedenkstätte Lehnitz

Alter Kiefernweg 5

16515 Oranienburg, OT Lehnitz

„Transit“ beim Kunstfest Weimar

Am 09. September feiert die Inszenierung des Romans „Transit“ des iranischen Regisseurs auf dem Kunstfest Weimar Premiere. Das politische Schauspiel nach dem Roman von Anna Seghers wird mit dem Ensemble des Thalia Theater Hamburg aufgeführt und kann an drei aufeinanderfolgenden Tagen besucht werden. Die Aufführungen finden am 09. und 10. September um 20.00 Uhr, am 11. September um 16.00 Uhr statt. Ort ist die Redoute in der Ettersburger Str. 61 in Weimar.

Weiterführende Informationen finden sich h i e r.

„Schreiben auf der Flucht, 1940 und heute. Transit Marseille“ – Radiofeature von Johanna Tirnthal

Marseille ist eine Stadt der Passage. 1940 flohen Menschen vor Hitler hierher, um Europa zu verlassen. Davon erzählt Anna Seghers‘ „Transit“. Viele waren Intellektuelle und Schriftsteller. Anna Seghers, die über Marseille nach Mexiko-Stadt gelangte, fing die Atmosphäre in der vor Angst und Gerüchten brodelnden Stadt in dem Roman „Transit“ ein. Ihr Protagonist Seidler geht Wege, die sie und ihre Freunde gingen. Seghers bezeichnet die hektischen Emigrantengespräche über Botschaftstermine, Visabedingungen, Schiffspassagen und das Geldverdienen als ein „uraltes frisches Hafengeschwätz, phönizisches und griechisches, kretisches und jüdisches, etruskisches und römisches“. Heute, 80 Jahre später, leben andere Flüchtlinge in Marseille. Wieder sind Schriftstellerinnen und Schriftsteller unter ihnen.

Johanna Tirnthal hat zwei von ihnen gesprochen und auf manchen Wegen durch die Stadt begleitet: die algerische Dichterin Aziza und den sudanesischen Lyriker Moneim Rahma. Für sie ist die Stadt kein Sprungbrett in die freie Welt, sie möchten hier bleiben und schreiben – wenn es die Umstände zulassen.

Zum Radiofeature des Deutschlandfunk Kultur geht es h i e r.

 

Erzählte Kulturgeschichten Matinee-Reihe von und mit Matthias Wegner – Barbara Auer präsentiert Anna Seghers

Anna Seghers (1900 – 1983) zählt zu den Klassiker*innen der deutschsprachigen Moderne. Ihre Figuren und Bilder prägen sich unvergesslich ein. Sie ist unfreiwillig weit gereist, von Mainz, wo sie geboren wurde, bis Mexiko, von Marseille bis Haiti. Unter ihren zahlreichen Romanen ragen besonders ›Das siebte Kreuz‹, schon zu ihren Lebzeiten in Hollywood mit Spencer Tracy verfilmt, und ›Transit‹, verfilmt von Christian Petzold, heraus. Zu ihren biographisch grundierten Meistererzählungen gehört ›Der Ausflug der toten Mädchen‹, in dem sich die reinigende Kraft der Niederlage, die Brüchigkeit aller Solidarität, der Glaube an den Sinn der Revolte zu einer berührenden Geschichte von außerordentlicher Kraft und Dramatik verbinden. Die Lebensgeschichte dieser Autorin pendelt zwischen Abenteuer und Erstarrung, ihre Menschlichkeit wurde oft auf harte Proben gestellt. Es mangelte ihr nicht an Bewunderern und Feinden, an glücklichen Rettungen und tödlichen Gefahren.

Die Vorstellung findet am Sonntag 20.06.2021 im Ernst Deutsch Theater Hamburg statt (als Ersatztermin für den 21.03.21). Weitere Informationen finden sich hier.

 

„Transit“ im Thalia Theater Hamburg

In der kommenden Spielzeit 2021/22 wird der Regisseur und Drehbuchautor Amir Reza Koohestani „Transit“ zusammen mit seinem Co-Autor Keyvan Sareshteh Anna Seghers „Transit“ auf die Bühne bringen. In einer Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar liest der international arbeitende iranische Regisseur den Roman vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen. Weil die Pandemie reale Begegnungen immer mehr in den virtuellen Raum verlegt hat, wird das rettende Botschaftsgebäude bei Koohestani endgültig zur Black Box. Seine drei in existentielle Not geratenen Liebenden verlieren sich in einem anonymen, kafkaesken System, das im Kontakt mit dem realen Menschen versagt. Dem individuellen Schicksal gegenüber ist man blinder denn je.

Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, kämpfen um Visa und Transits und hoffen verzweifelt, mit einer der wenigen Schiffspassagen dem Krieg zu entkommen. Unter ihnen ein junger Deutscher: Mit falschen Papieren aus einem Arbeitslager geflohen, strandet er im überfüllten Marseille. Hier trifft er Marie und ihren Liebhaber, einen Arzt. Die junge Frau ist auf der Suche nach ihrem Mann, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde. Er ist ihr Garant für das rettende Visum, solange sie ihn nicht findet, kann sie Marseille nicht verlassen. Noch weiß sie nicht, dass er nicht mehr lebt — und ausgerechnet jener junge Flüchtling, der in sie verliebt ist, per Zufall die Identität des Toten angenommen hat. Anna Seghers, 1941 selbst über Marseille nach Mexiko geflohen, erzählt in ihrem berühmten Exil-Roman eindrücklich von ihren Erlebnissen mit jenem Transitzustand, der heute für Millionen von Menschen bittere Lebensrealität ist.

Mehr Informationen finden sich hier. 

 

 

 

 

 

„Kein Transit ins gelobte Land“ – Dokumentation über Anna Seghers im SWR

In der Mediathek des SWR ist ein halbstündiger Film von Andreas Berg zu finden, der sich der Person und dem Schaffen von Anna Seghers widmet. Zu Wort kommen neben Dr. Pierre Radvanyi, Anja Kupfer und Hans Berkessel auch Dr. Carsten Jakobi von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und die Lektorin Nele Holdack vom Aufbau Verlag Berlin. Auf der Suche nach der Anna Seghers abseits aller Klischees, wird hier  die bedeutende deutschsprachige Erzählerin näher beleuchtet werden.

Zur Dokumentation geht es hier.

Zweites Treffen des virtuellen Buchclubs – „Grubetsch“

Ich habe einiges von Anna Seghers gelesen, aber ich möchte gern noch mehr kennenlernen.‟

Ich müsste diesen oder jenen Text von Anna Seghers auch mal wieder lesen.‟

Ich habe bisher überhaupt nichts von Anna Seghers gelesen, würde es aber gern tun.‟

Kommen Ihnen diese oder ähnliche Gedanken bekannt vor? Uns auch. Nicht zuletzt in der Anna Seghers-Gesellschaft ist es ein häufig gezogenes Fazit:

Anna Seghers sollte (wieder) mehr gelesen werden!‟

Dieses Anliegen haben wir nun mit den Erfahrungen des vergangenen Jahres zusammengebracht und beschlossen, den Anna Seghers-Buchclub virtuell ins Leben zu rufen. Unser Ziel ist es – online – Menschen zusammenzubringen, deren gemeinsames Interesse darin besteht, sich ganz bewusst Zeit für die Seghers-Lektüre zu nehmen, sich das Werk der Schriftstellerin im Gespräch mit anderen Leserinnen und Lesern zu erschließen und sich darüber auszutauschen.

Neben neun Romanen darunter der sicher berühmteste „Das siebte Kreuz‟, hat Anna Seghers über 60 kürzere Erzählungen geschrieben und veröffentlicht, in denen eine beeindruckende Formenvielfalt und Bandbreite ästhetischer Gestaltungsmittel zu finden ist. Einige ihrer kürzeren Texte mögen sehr bekannt sein, andere hingegen nicht. Aus diesem Grund möchten wir uns – mit dem umfangreichen Werk von Erzählungen in der Chronologie ihres Erscheinens (1924–1980) auseinandersetzen.

Hiermit laden wir Leserinnen und Leser zu unserem zweiten Treffen am

Freitag, den 21. Mai 2021 von 19.00–20.30 Uhr ein.

Wir lesen und besprechen:

„Grubetsch“ (1926/27).

Um Ihnen den Zugangslink für die Teilnahme zusenden zu können, ist die Anmeldung unter buchclub@anna-seghers.de erforderlich.

Wir freuen uns auf einen lebhaften Austausch. Eigene Lektüreeindrücke, Wahrnehmungen, Fragen aller Art – zum Text selbst, zu den Kontexten oder zur Autorin – sind dabei ausdrücklich erwünscht!

Der Vorstand der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.

* Alle Texte befinden sich sowohl in der Werkausgabe des Aufbau-Verlags (Bd. II/1-6) als auch in der Sammlung „Sämtliche Erzählungen‟ (AtV, 1994). Sollten Sie dazu Hilfe benötigen, wenden Sie sich gern ebenfalls an buchclub@anna-seghers.de