Anna-Seghers-Preis 2017 an Maren Kames

Cover von Maren Kames' Debüt "halb taube halb pfau"

Cover von Maren Kames‘ Debüt „halb taube halb pfau“

Die 1984 in Überlingen geborene Autorin Maren Kames wird mit dem Anna Seghers-Preis 2017 ausgezeichnet. „Maren Kames spielt mit ihrem Sprachtalent, ihrer Experimentierfreude, ihrem Eigenwillen und ihrer Ernsthaftigkeit im Literaturbetrieb jetzt schon eine interessante Rolle, die man, wie ich finde, würdigen und noch breiter bewusst machen sollte“, begründet Juror Dirk Knipphals seine Entscheidung. Die Preisverleihung findet am 25. November 2017 in der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur statt.

Maren Kames‘ Debüt halb taube halb pfau erschien 2016 bei dem Zürcher Secession Verlag. Juror Dirk Knipphals: „Wir sind auf Durchreise, und es gibt keine Wegweiser in Maren Kames Texten. Die Autorin – und mit ihr ihre Leserinnen und Leser – bewegen sich wie in unbekanntem Gebiet, tastend, sich mit offenen Augen staunend umschauend. halb taube halb pfau vermittelt einen auf Dauer gestellten Zustand des Transit, eine Abenteuerfahrt durch Sprachlandschaften und ein – ohne direkt politisch zu sein, auch politisch ensibilisierendes – Sensorium gegen Zuschreibungen, einordnendes Denken und falsche Identitäten. Man wünscht, dass Maren Kames ihre Arbeit an der Sprache so konsequent fortsetzen kann, wie sie das mit ihrem Debüt begonnen hat.“

Maren Kames studierte zunächst Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaft in Tübingen und Leipzig, danach Literarisches Schreiben in Hildesheim. Sie war Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift Bella Triste. 2013 gewann sie den 21. Open Mike. 2014 war sie Stipendiatin des Gargonza Arts Awards und eingeladen zum 18. Klagenfurter Literaturkurs. 2015 erhielt sie ein Stipendium des Berliner Senats, den Winter 2016/17 verbrachte sie als Stipendiatin des Literaturhauses Stuttgart auf Schloss Solitude.

Dirk Knipphals, 1963 in Kiel geboren, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in Kiel und Hamburg und lebt in Berlin. Seit 1999 ist er Literaturredakteur der taz.

Der mit derzeit 8.000 Euro dotierte Anna Seghers-Preis wird von der Anna Seghers-Stiftung vergeben. Er wird im Wechsel an einen Nachwuchsautor oder eine -autorin aus dem deutschen Sprachraum oder aus Lateinamerika verliehen, der oder die im Sinne von Anna Seghers mit den Mitteln der Kunst zur Entstehung einer gerechteren menschlichen Gesellschaft beitragen möchte. Die Auswahl des Preisträgers oder der Preisträgerin übernimmt im jährlichen Wechsel eine von der Stiftung beauftragte Persönlichkeit aus dem literarischen Leben.