„Das siebte Kreuz“ – Vortrag in Gießen

Was: Vortrag zu Anna Seghers’ Roman Das siebte Kreuz und der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Verbrechen in ihrem Werk
Wann: Di., den 27.01.15, 18.30 Uhr
Wo: Rickersche Buchhandlung, Ludwigsplatz 12-13, 35390 Gießen

Anlässlich des 70. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz referiert Dr. Hans-Ulrich Hauschild über Anna Seghers‘ Roman Das siebte Kreuz und die Auseinandersetzung mit den Ursachen und Verbrechen des Nationalsozialismus in ihrem Gesamtwerk.

Eine Veranstaltung des Forum Pankratius.

“Kinder und Frauen auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus” – Vortrag und Lesung in Mainz

Anna Seghers mit der Tochter Ruth in Paris, Bellevue

Anna Seghers mit der Tochter Ruth in Paris, Bellevue

Was: “Kinder und Frauen auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus” – Vortrag von Hans Berkessel, Lesung mit Schülerinnen und Schülern der IGS Anna Seghers Mainz
Wann: Di., den 03.02.15, 18.30 Uhr
Wo: Rathaus der Stadt Mainz, Erfurter Zimmer, Jockel-Fuchs-Platz 1, 55116 Mainz

Nach einer historischen Einführung in die verschiedenen Phasen, Gruppen und Orte des Exils soll der Fokus auf die Situation von Kindern und Frauen gerichtet und am Beispiel der Schriftstellerin Anna Seghers ein Einblick in den Alltag des Exillebens vermittelt werden. Sie floh zunächst nach Frankreich. Im Juni 1933 gelang es ihr, die Kinder Peter und Ruth nachkommen zu lassen:
„Wir haben die Kinder von der Grenze abgeholt.Wie Verrückte haben sie sich in unsere Arme geworfen, dort verharrten sie dann unbeweglich. Völlige, unendliche Sicherheit bei diesen unsteten Wesen, ihren Eltern, die doch selbst zu den Obdachlosesten dieser Welt zählten, selbst von allen Stürmen hin- und hergeworfen wurden.“
Ihre Sorgen formulierte die Schriftstellerin immer wieder in Briefen; in einem Essay stellte sie grundsätzlichere Überlegungen zur Ungewissheit des Lebens im Exil an.

Veranstaltende: Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. in Kooperation mit dem Frauenbüro der Stadt Mainz und Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.

“Transit” im Deutschen Theater Berlin

Was: “Transit” – Theaterstück nach dem gleichnamigen Roman
Wann: 22.01.15, 20 Uhr; 27.01.15, 19.30 Uhr; 08.02.15, 18.30 Uhr; 13.02.15, 20 Uhr; 24.02.15, 19.30 Uhr
Wo: Deutsches Theater, Schumannstraße 13a, 10117 Berlin
Theaterkasse: Tel. 030 28441-225

Marseille im Sommer 1940: Am Rande des Kontinents stauen sich die Flüchtlingsströme. Tausende suchen einen Weg heraus aus Europa, hetzen nach Visa und Transits und hoffen verzweifelt eine der wenigen Passagen nach Übersee zu ergattern. Unter ihnen ein junger Deutscher: Aus einem Arbeitslager bei Rouen geflohen und ausgestattet mit falschen Papieren strandet auch er in der überfüllten Hafenstadt. Hier verliebt er sich in Marie. Sie ist auf der Suche nach ihrem Mann, einem Schriftsteller namens Weidel, von dem sie beim Einmarsch der Deutschen in Paris getrennt wurde.

Eindrücklich schildert Anna Seghers das Chaos, das Warten, die Hoffnung und die Verzweiflung der Flüchtenden – den menschenunwürdigen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Realität ist.

Weitere Informationen beim Deutschen Theater Berlin

“Die Feier” – Dramenfragment von Anna Seghers entdeckt

Das aktuelle Heft enthält das Dramenfragment "Die Feier" von Anna Seghers mit einer Vorbemerkung von Ute Brandes.

Das aktuelle Heft enthält das Dramenfragment “Die Feier” von Anna Seghers mit einer Vorbemerkung von Ute Brandes.

Das November/Dezember-Heft der Literaturzeitschrift Sinn und Form (herausgegeben von der Akademie der Künste in Berlin) enthält ein kleines Fundstück. Es sind die ersten fünf Seiten (eines 40-seitigen Typoskripts) eines Dramafragments von Anna Seghers aus dem Jahr 1947 mit dem Titel „Die Feier“.
Offenbar war geplant, das Stück im Deutschen Theater in Berlin aufzuführen, wo damals Wolfgang Langhoff als Intendant und Direktor wirkte. Dazu ist es aber nicht gekommen.
Der Text ist von der amerikanischen Germanistin und Seghers-Kennerin Ute Brandes im Anna-Seghers-Archiv der Akademie der Künste entdeckt worden und enthält einige für die Seghers-Forschung interessante Aspekte.
Das Stück spielt am 7. November 1947, dem 30. Jahrestag des Oktoberrevolution. Viele Menschen sitzen in einem Bunker und warten auf ihre Züge, die sie von irgendwoher nach irgendwohin bringen sollen. Es herrscht Nachkriegschaos. Viele Stimmen schwirren durcheinander. Um einzelne Personen aus dem Wirrwarr herauszuheben, verwendet Anna Seghers eine besondere Form der Fokussierung, die Ute Brandes eine „radikale Beleuchtungstechnik“ nennt. Auffällig sei, so Brandes, dass Seghers in dem Stück eine große Vielfalt von ästhetischen Gestaltungsmitteln verwende. Dies sei vor dem Hintergrund der ‚Expressionismus-Debatte’ aus den Jahren des Exils zu sehen, wo Seghers ja auch für eine „flexible, offene und moderne Schreibweise“ (Brandes) eingetreten sei. Der Text erinnere auch an die ‚Trümmerliteratur’, die mit Namen wie Robert Neumann, Wolfgang Borchert und Heinrich Böll verbunden sei. Um 1949 habe Anna Seghers diese Schreibweise allerdings wieder aufgegeben.

Die aktuelle Ausgabe von Sinn und Form kann zum Preis von 9,- € bezogen werden.

Zum 114. Geburtstag von Anna Seghers

Schüler_innen der Anna-Seghers-Gemeinschafts­schule in Berlin-Adlershof am Grab von Anna Seghers.

Schüler_innen der Anna-Seghers-Gemeinschafts­schule in Berlin-Adlershof am Grab von Anna Seghers.

Zu ihrem 114. Geburtstag am 19. November 2014 besuchte der Vorstand der Anna-Seghers-Gesellschaft das Grab von Anna Seghers auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.

“Und habt ihr denn etwa keine Träume, wilde und zarte, im Schlaf zwischen zwei harten Tagen?”

Die Zeiten ändern sich, die Botschaft der Autorin bleibt. Angeschlossen hat sich die Klasse 7A der Berliner Anna-Seghers-Schule, deren Klassensprecher/innen einen Blumenstrauß niederlegten. Die Schüler/innen der Grundstufe ehrten Anna Seghers mit selbst gebastelten Blumen im Schulhaus und erfuhren von ihren Lehrerinnen einiges über die Namensgeberin.

Der Vorstand der Anna-Seghers-Gesellschaft


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24. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Meiningen

Links Jean Radvanyi, der Enkel von Anna Seghers, rechts Pierre Radvanyi, der Sohn von Anna Seghers, in der Mitte seine Frau Marie France in der Stadt- und Kreisbibliothek "Anna Seghers" in Meiningen (Foto: Sylvia Gramann).

Links Jean Radvanyi, der Enkel von Anna Seghers, rechts Pierre Radvanyi, der Sohn von Anna Seghers, in der Mitte seine Frau Marie France in der Stadt- und Kreisbibliothek “Anna Seghers” in Meiningen (Foto: Sylvia Gramann).

Die 24. Jahrestagung der Anna-Se­ghers-Ge­sell­schaft fand in diesem Jahr vom 24.-26. Oktober im thü­ringischen Meiningen statt. Wie auf der letztjährigen Tagung in Berlin, an der noch das kurz darauf verstorbene ASG- Ehrenmitglied Elfriede Brüning teilgenommen hatte, ging es um „Freundschafts- und Arbeits­bezie­hungen in Leben und Werk von Anna Seghers“. Damals standen Seghers’ Verbindungen zu Freunden und Ar­beits­kolleginnen in Frank­reich, Brasilien und den USA wie auch in der DDR im Zentrum. Dieses Jahr wandte man den Blick nach Osten: Auf Ilja Ehrenburg (Sowjetunion), Georg Lukács (Ungarn) und den ‚rasenden Reporter’ Egon Erwin Kisch und seine Frau Gisl in Prag. Unser Mitglied Eva Petermann hat darüber einen Bericht geschrieben, der einen guten Einblick in die Atmosphäre und die Ergebnisse der Tagung gibt.

Bericht zur Jahrestagung von Eva Petermann

Tagung in Mainz: Komparatistische Blicke auf Lateinamerika und Europa

Das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Mainz veranstaltet am 6. und 7. November 2014 die Tagung “Komparatistische Blicke auf Lateinamerika und Europa”. In insgesamt über 15 Beiträgen geht die Tagung vor allem den wechselseitigen literarischen Bezugnahmen von Autorinnen und Autoren zwischen den Kontinenten nach. Am Freitag Abend (6. November) wird der argentinische Schriftsteller Patricio Pron eine öffentliche Lesung halten. Der Besuch der Tagung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zum Programm der Tagung

Märchenfest in der Stadt- und Kreisbibliothek “Anna Seghers” in Meiningen

In der Stadt- und Kreisbibliothek Anna Seghers, Gastgeberin der diesjährigen Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Meiningen, findet vom 1. November bis zum 26. Dezember 2014 das Thüringer Märchen- und Sagenfest statt. Besucherinnen und Besucher, jung und alt, erwartet in dieser Zeit ein vielfältiges Programm mit einer Reihe von Lesungen verschiedenster Märchen, Sagen und Geschichten.

Jutta Ditfurth liest Anna Seghers

In der JW Ladengalerie liest am Freitag, den 19. September um 19°° Uhr, Jutta Ditfurth aus Texten von Anna Seghers’, u.a. Der Ausflug der toten Mädchen, Das siebte Kreuz und Transit. Die Lesung findet in der Jungen Welt Ladengalerie statt. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4. Um Anmeldung zur Veranstaltung wird unter 030/53 63 55- 56 oder mm@jungewelt.de gebeten.

24. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft vom 24.-26. Oktober 2014: Amitié – Barátság – Druschba, Teil II

Anna Seghers und Georg Lukács bei der Tagung des Weltfriedensrates in Berlin 1952

Anna Seghers und Georg Lukács bei der Tagung des Weltfriedensrates in Berlin 1952

Vom 24. bis zum 26. Oktober diesen Jahres findet die 24. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft statt. Mit dem Thema “Amitié – Barátság – Druschba, Freundschafts- und Arbeits­beziehungen in Leben und Werk von Anna Seghers” wird fortgesetzt, was im letzten Jahr auf der 23. Jahrestagung in Berlin begonnen wurde. Nahm die letzte Tagung Frankreich, die USA und Brasilien in den Blick und fokussierte die Freundschafts­beziehungen zu deutschen Gefährten, zu bekannten wie Jeanne und Kurt Stein und Christa Wolf, und zu weniger prominenten wie Ursula Amann, so liegt in diesem Jahr der Akzent auf den Arbeitsbeziehungen, aus denen sich wiederum persönliche Freundschaften entwickelten: Ilja Ehrenburg, Georg Lukács und das Ehepaar Gisl und Egon Erwin Kisch. Die Tagung ist am Samstag und Sonntag offen für alle Interessierte.

Flyer zur 24. Jahrestagung
Aktualisiertes Programm zur Tagung