Christiane Zehl Romero: Anna Seghers – Eine Biographie

In den Jahren 2000 und 2003 legte die US-amerikanische Literaturwissenschaftlerin Christiane Zehl Romero die erste umfassende Biographie von Anna Seghers in zwei Bänden vor. Der erste Teil umfasst die Jahre 1900 bis 1947, der zweite reicht bis zu ihrem Tod im Jahr 1983. Jetzt sind die beiden Bände im Aufbau Verlag als Taschenbuch zum Preis von jeweils 15,- € neu veröffentlicht worden. Die EBook-Ausgabe kostet jeweils 9,95 €. Im Vorwort schreibt Christiane Zehl Romero über Anna Seghers: „Als Deutsche, Frau, Jüdin, Kommunistin und vor allem als Schriftstellerin setzte sie sich (…) vielfältigen Erwartungen und Widersprüchen aus, zumal sie das ‚ganz und gar Neue‘ suchte und dem Uralten, dem Mythos und dem Märchen verhaftet blieb.“

Argonautenschiff 28/2020 erschienen

Das 28. Argonautenschiff, Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft, ist dem Thema Begegnungen mit Anna Seghers gewidmet. Der Begriff „Begegnungen“ ist weit gefasst und reicht vom persönlichen Zusammentreffen mit der Schriftstellerin bis zu Begegnungen mit ihren Romanen, Erzählungen, aber auch Reden oder Briefen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie unterschiedliche Personen in verschiedenen kulturellen und politischen Kontexten auf Anna Seghers als Dichterin und Mensch sowie auf ihre Texte aufmerksam geworden sind – sei es durch die Vermittlung in der Schule, durch Verfilmungen ihrer Romane und Erzählungen, durch Hörspieladaptionen oder Gestaltungen und Bezugnahmen durch andere SchriftstellerInnen und KünstlerInnen. Beleuchtet wird außerdem, wie sich die Lektüreeindrücke im Laufe der Jahre oder Jahrzehnte verändert haben.

Weitere Informationen beim Quintus-Verlag

„Im Schutz von Adler und Schlange. Anne Seghers im mexikanischen Asyl“ – Online-Veranstaltung

Was: „Im Schutz von Adler und Schlange. Anna Seghers im mexikanischen Asyl“ – Dr. Monika Melchert im Gespräch mit André Förster
Wann: Do., 19.11.20
Wo: Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin
Online: hier

Die in Mainz geborene Schriftstellerin Anna Seghers hätte am 19. November ihren 120. Geburtstag begangen. Aufgewachsen in Mainz als Tochter des Kunst- und Antiquitäten-händlers Isidor Reiling lebte sie seit 1925 mit ihrem Mann László Radványi in Berlin. 1933 begann ihre Odyssee über die Schweiz ins Pariser Exil und 1941 nach Mexiko.
Die Ankunft in der Neuen Welt sicherte Anna Seghers und vielen ihrer engen Freunde das Überleben und brachte ihnen die Begegnung mit einer für sie gänzlich neuen Kultur, einer farbenfrohen und temperamentvollen tropischen Welt. Mexiko hatte zahllosen Emigranten großzügig seine Tore geöffnet und ihnen uneingeschränkte Möglichkeiten gegeben, ihre berufliche, ihre künstlerische Arbeit fortzusetzen. Später, als sie längst wieder in Berlin lebte, kehrte sie in ihren Erzählungen gedanklich immer wieder nach Mexiko zurück. 1981 wurde Anna Seghers Ehrenbürgerin der Stadt Mainz. 1983 starb sie in Berlin. Wo in der Welt sie sich auch aufhielt: Anna Seghers blieb stets Mainzerin und Berlinerin. Aus diesem Anlass hat die Landesvertretung Rheinland-Pfalz die Schriftsstellerin in ihrer Veranstaltungsreihe „20 Jahre – 20 Momente“ im Rahmen ihres eigenen Jubiläums in Berlin mit einer Legung in Kooperation mit dem Quintus-Verlag und der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V. gewürdigt.

Weiterlesen

Verleihung des Anna Seghers-Preises am 20.11.2020 als Livestream

Der Preis, der insgesamt mit 25.000 Euro dotiert ist, geht in diesem Jahr je zur Hälfte an die kroatisch-schweizerische Autorin Ivna Žic sowie an den Argentinier Hernán Ronsino. Da in Berlin keine öffentlichen Präsenzveranstaltungen möglich sind, wird die diesjährige Preisverleihung als digitaler Livestream aus dem Literatur-Forum im Brechthaus stattfinden. Termin ist Freitag, der 20.11.2020, 19 Uhr, der Link lautet: https://youtu.be/wo825hS0EnM
Sowohl die Preisträgerin als auch der Preisträger werden per Video ein kurzes Live-Gespräch mit den Jurorinnen Annette Pehnt und Dagmar Ploetz führen. Die Schauspielerin Karen Sünder wird vor Ort in Berlin aus dem Werk „Die Nachkommende“ von Ivna Žic lesen, außerdem aus Hernán Ronsinos Buch „Cameron“ (Übersetzung Luis Ruby). Ronsino selbst wird per Video auf Spanisch Stellen aus seinem Werk vortragen.
Die Begrüßung und die Moderation übernimmt der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Moritz Malsch. Wer nicht live dabei sein kann, hat die Möglichkeit, sich das Video auch zu einem späteren Zeitpunkt anzusehen.

„Im Schutz von Adler und Schlange. Anne Seghers im mexikanischen Asyl“ – Online-Veranstaltung

Was: „Im Schutz von Adler und Schlange. Anna Seghers im mexikanischen Asyl“ – Online-Veranstaltung mit Monika Melchert
Wann: Mi., 18.11.20, 18 Uhr

‚Flucht ist keine Urlaubsreise‘. Diesen und ähnliche Sätze prägten Flüchtlingsorganisationen, um in der aktuellen Flüchtlingskrise zu verdeutlichen, dass Migration keine leichte Entscheidung ist und kein leichtes Leben bedeutet. Zum 120. Geburtstag von Anna Seghers sprechen Autorin Monika Melchert und Moderator Mario Pschera über das mexikansiche Exil Seghers. Auch für sie war die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland voller Widrigkeiten und von finanzieller Not bestimmt. In ihrem aktuellen Buch »Im Schutz von Adler und Schlange. Anna Seghers im mexikanischen Exil« setzt sich Monika Melchert mit diesem Abschnitt von Seghers Leben auseinander.

Weiterlesen

84. Ausgabe der „Blätter zum Land“ der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz Anna Seghers gewidmet

Seit 1999 gibt die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz Blätter zum Land in der Regel viermal pro Jahr heraus. Die Publikationsreihe befasst sich knapp, gut lesbar und schnell informierend mit Land und Leuten, Lebensart und Kultur, Geschichte und Wirtschaft, kurz: mit allem, was man mit Rheinland-Pfalz verbindet. Die 84. Ausgabe ist Anna Seghers gewidmet [PDF], der Autor ist Hans Berkessel.

Beitrag „Exil ohne Heimkehr und Verbundenheit zur Heimat: Carl Zuckmayer und Anna Seghers“ in den Niersteiner Geschichtsblättern

Einmal im Jahr bringt der Geschichtsverein Nierstein e.V. mit seinen Geschichtsblättern die Vergangenheit der Stadt nahe, in der diesjährigen Ausgabe ist unter anderem der Beitrag „Exil ohne Heimkehr und Verbundenheit zur Heimat: Carl Zuckmayer und Anna Seghers“ [PDF] von Hans Berkessel erschienen.

Burghardt Klaußner liest „Brennendes Licht“

Anna Seghers, geboren 1900 in Mainz, führte das Leben einer hochbegabten Frau. Sie studierte, wurde in Kunstgeschichte promoviert, heiratete, zog nach Berlin. Und sie schrieb: Für ihr erstes Buch „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ erhielt sie den Kleist-Preis. Die Nazis verbrannten die Bücher der Jüdin. Sie floh, verließ 1941 Europa, blieb bis 1947 in Mexiko im Exil. Hier erlebte sie Veröffentlichung und Erfolg ihres Romans „Das siebte Kreuz“, traf auf Pablo Neruda und Frida Kahlo, sorgte sich um die Daheimgebliebenen und um Europa.
Einfühlsam erzählt Volker Weidermann in seinem Roman „Brennendes Licht“ von Anna Seghers’ Exiljahren in Mexiko, die sie zutiefst prägten. Burghardt Klaußner hat ihn für NDR Kultur eingelesen.

„Brennendes Licht – Anna Seghers in Mexiko“ – Lesung in Mainz

Was: Lesung „Brennendes Licht – Anna Seghers in Mexiko“ mit Volker Weidermann
Wann: Sa., 31.10.20, 19.30 Uhr
Wo: Staatstheater Mainz, Kleines Haus, Gutenbergplatz 7, 55116 Mainz
Wieviel: 10 €
Karten: online

1941: Als Anna Seghers endlich die Flucht aus Europa gelingt, ahnt sie nicht, dass die Jahre in Mexiko ihr Leben entscheidend prägen werden. Hier wird sie mit der Veröffentlichung des „Siebten Kreuzes“ in den USA über Nacht berühmt, hier schreibt sie ihre wichtigsten Werke und erfährt sowohl den Verlust der Mutter, die sie nicht mehr aus Nazi-Deutschland retten kann, als auch die eigene Endlichkeit, als sie bei einem schweren Verkehrsunfall fast stirbt. In den Jahren 1941 bis 1947 trifft sie in Mexiko Stadt nicht nur Diego Rivera, Frida Kahlo und Pablo Neruda, sondern auch deutsche Exilkommunisten und Juden, die wie sie mit dem Stalinismus ringen. Inmitten überbordender Farben, gleißenden Lichts und einer Kultur, die den Tod feiert, bleibt die Sehnsucht nach Europa …

Volker Weidermann, geboren 1969 in Darmstadt, studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Er war Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und ist seit 2015 Autor beim SPIEGEL.

„Brennendes Licht – Anna Seghers in Mexiko“ – Lesung in Dresden

Was: Lesung „Brennendes Licht – Anna Seghers in Mexiko“ mit Volker Weidermann
Wann: Mi., 28.10.20, 19.30 Uhr
Wo: Zentralbibliothek, Veranstaltungsraum 1. OG, Schloßstraße 2, 01067 Dresden
Wieviel: 9 €, erm. 6 € mit gültigem Benutzerausweis
Karten: online

1941: Als Anna Seghers endlich die Flucht aus Europa gelingt, ahnt sie nicht, dass die Jahre in Mexiko ihr Leben entscheidend prägen werden. Hier wird sie mit der Veröffentlichung des „Siebten Kreuzes“ in den USA über Nacht berühmt, hier schreibt sie ihre wichtigsten Werke und erfährt sowohl den Verlust der Mutter, die sie nicht mehr aus Nazi-Deutschland retten kann, als auch die eigene Endlichkeit, als sie bei einem schweren Verkehrsunfall fast stirbt. In den Jahren 1941 bis 1947 trifft sie in Mexiko Stadt nicht nur Diego Rivera, Frida Kahlo und Pablo Neruda, sondern auch deutsche Exilkommunisten und Juden, die wie sie mit dem Stalinismus ringen. Inmitten überbordender Farben, gleißenden Lichts und einer Kultur, die den Tod feiert, bleibt die Sehnsucht nach Europa …

Volker Weidermann, geboren 1969 in Darmstadt, studierte Politikwissenschaft und Germanistik in Heidelberg und Berlin. Er war Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und ist seit 2015 Autor beim SPIEGEL.