„Auf den Spuren der Bücherverbrennung durch Mainz“ – Stadtführung in Mainz

27. Januar 2017 - Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

27. Januar 2017 – Tag des Gedenkens
an die Opfer
des Nationalsozialismus

Was: „Auf den Spuren der Bücherverbrennung durch Mainz“ – Stadtführung in Mainz
Wann: So., 29.01.17, 11 Uhr
Wo: Gedenktafel zur Bücherverbrennung,
Rheinuferpromenade am Rathaus, Mainz
Wieviel: Eintritt frei
Info:
E-Mail kontakt@sozialgeschichte-mainz.de,
www.sozialgeschichte-mainz.de

Nach der Verbrennung „undeutscher Bücher“ auf dem Berliner Opernplatz am 10./11. Mai 1933 warf am 23. Juni 1933, dem Vorabend des Gutenbergfestes, auch die Mainzer NS-Studentenschaft öffentlich Werke verfemter Schriftsteller ins Feuer.
Es werden Textauszüge von einigen damals verbotenen Mainzer Autorinnen und Autoren (Anna Seghers, Carl Zuckmayer, Rudolf Frank) gelesen sowie Stätten aufgesucht, die daran erinnern, wie
zwischen 1933 und 1945 das Kulturleben in Mainz
zerstört wurde.

Veranstaltende: Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V. und Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V.

Programmheft zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 [pdf]

„‚Die Fahrt ins Exil ist the journey of no return‘ – Anna Seghers und Carl Zuckmayer in Briefen und Texten aus dem Exil“ – Vortrag und Lesung in Mainz

Was: Historische Einführungen von Peter Krawietz und Hans Berkessel mit anschließender Lesung aus Briefen und literarischen Texten des Exils von Carl Zuckmayer und Anna Seghers durch die Mainzer Staatsschauspielerin Gaby Reichardt mit musikalischen Improvisationen von Winfried Späth
Wann: Do., 26.01.17, 19 Uhr
Wo: Zitadelle, Drusus-Saal, Windmühlenstraße, 55131 Mainz
Wieviel: Eintritt frei

Nach einer historischen Einführung in die Lebens- und Arbeitssituation der beiden Schriftsteller während des Exils in Frankreich/Mexiko bzw. Österreich/USA soll der Fokus auf die Erfahrungen und die je unterschiedlichen Reaktionen darauf gerichtet und ein Einblick in den Alltag vermittelt werden.

Anna Seghers – als Jüdin und links engagierte Schriftstellerin doppelt bedroht – floh mit der Familie nach Paris. Hier arbeitete sie zw. 1937 und 1939 an ihrem später erfolgreichsten Roman „Das Siebte Kreuz“. Nach dem Einmarsch der Deutschen gelang ihr 1941 von Marseille aus nach einer wochenlangen Odyssee die Überfahrt nach Mexiko City. Hier schrieb sie u. a. den Roman „Transit“. Im Juni 1943 verlor sie nach einem schweren Verkehrsunfall ihr Gedächtnis und erfuhr zur gleichen Zeit von der Ermordung der Mutter Hedwig Reiling in Polen. Den Kampf um die Erinnerungen und die Trauer um die Mutter verarbeitete sie in ihrer vielleicht schönsten Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“.

Carl Zuckmayer, schon 1931 nach der erfolgreichen Aufführung seines Theaterstücks Der Hauptmann von Köpenick im „Völkischen Beobachter“ als „halbjüdischer Asphaltliterat“ diffamiert, zog zunächst in die Wiesmühl bei Salzburg. Nach der Besetzung Österreichs durch deutsche Truppen floh Zuckmayer in die Schweiz, entschloss sich nach der Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft 1939 zur Emigration über Kuba in die Vereinigten Staaten. Als seine Versuche, sich als Schriftsteller hier zu etablieren, scheiterten, sicherte er für einige Zeit das Überleben der Familie mit der Arbeit auf einer Farm in Vermont. Mit der ersten Niederschrift (1942) des später außerordentlich erfolgreichen Theaterstücks „Des Teufels General“ (abgeschlossen 1945) kehrte er ins literarische Leben zurück.

Veranstaltung zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstaltende: Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V., Carl-Zuckmayer-Gesellschaft e. V., in Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Mainz und dem Verein für Sozialgeschichte Mainz e. V.

Programmheft zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2017 [pdf]

„Der Ausflug der toten Mädchen“ – Lesung in Berlin

Anna Seghers' "Ausflug der toten Mädchen"

Anna Seghers‘ „Ausflug der toten Mädchen“

Was: Erica Eller liest Anna Seghers‘ Erzählung Der Ausflug der toten Mädchen
Wann: Do, 19.01.2017, 20 Uhr
Wo: Theater Grössenwahn Meinekestr. 24, 10719 Berlin
Wieviel: ab 22,15 €
Karten:
 Tel. +49 – (0)30 – 251 10 96, E-Mail: deutsch-juedisches-theater@web.de

Entstanden ist diese wohl schönste Erzählung von Anna Seghers 1942 im mexikanischen Exil. Nach einem schweren Autounfall war sie für Monate ohne Bewusstsein. Allmählich taucht die Erinnerung an einen unbeschwerten Schulausflug im Jahr 1913 in der deutschen Heimat auf … Orte, Schicksale und Zeiten verschmelzen zu einer dichterischen Einheit: Zwischen Traum und Wirklichkeit.

Die Schauspielerin Erica Eller hat sich in Berlin u.a. durch ihre eigenen Produktionen wie „Kassandra“ von Christa Wolf (nominiert für den Friedrich-Luft-Preis) oder „Sabina Spielrein“ von Liv Hege Nylund (DE) einen Namen gemacht und ist dem Jüdischen Theater seit seiner Gründung im Jahr 2001 verbunden.

„Sagen von Unirdischen“ – Lesung in Berlin

Was: Lesung „Sagen von Unirdischen“
Wann: Sa., 07.01.2017, 10.30 Uhr
Wo: Kulturzentrum Schöneweide
Ratz-Fatz, Schnellerstraße 81, 12439 Berlin
Wieviel: 7 €, erm. 4 €

„Sagen von Unirdischen“ ist eine Erzählung aus dem Spätwerk der Schriftstellerin Anna Seghers und erschien in der Sammlung „Sonderbare Begegnungen“ 1973. Es ist die Zeit von Reformation und Bauernkrieg: Verwirrung, Not und Angst prägen das Leben. Doch diese unruhige Epoche birgt neue Hoffnungen – ist ein Aufbruch zu einem neuen Bewusstsein. Wie aber äußert sich dieses Neue im Menschen? Anna Seghers gelingt es durch eine sensible Künstlergeschichte. Im Mittelpunkt steht die Begegnung eines Fremden von einem anderen Stern – wo man nur auf Nützlichkeit und technische Perfektion setzt – mit den Menschen und ihren Werken. Da ist der Holzschnitzer Meister Matthias, der seinen Figuren menschliche Züge schenkt und so ein Verständnis für die Aufgabe der Kunst schafft: die Schöpfung zu loben und die Menschen in ihrem Leid zu beglücken… In der literarisch gewählten Form der Sage ist der Fremde tief erschüttert von den überwältigenden Skulpturen, den ins Herz dringenden Klängen der Orgel im Dom und seine Augen „leuchten in ratlosem Glück“. Es liest Doreen Kähler.

„Seventy-Fifth Anniversary of Anna Seghers’s The Seventh Cross“ – Convention in Philadelphia

Cover "The Seventh Cross"

Cover der Romanverfilmung „The Seventh Cross“

What: Seventy-Fifth Anniversary of Anna Seghers’s The Seventh Cross
When: 05.–08. Januar 2017
Where: The Pennsylvania Convention Center and The Philadelphia Marriott Hotel
Contact: Helen Fehervary (fehervary.1@osu.edu)

The Modern Language Association (MLA) Conference, first held in 1863, is the largest annual gathering of teachers and scholars in the field of language and literature study in the United States, and is attended by thousands of participants yearly who work with world languages and literatures.
Our own session will mark the 75th anniversary of the publication of Anna Seghers’s „The Seventh Cross“ — original German by El libro libre in Mexico, English translation by Little, Brown & Co. in the U.S., both in autumn 1942 — by featuring three lectures, all by younger scholars in the profession, that explore diffeent aspects of this extraordinary novel’s historical significance and its continuing relevance for contemporary readers.

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„Transit“ beim Literaturtreff in Dortmund

Anna Seghers' Roman "Transit"

Anna Seghers‘ Roman „Transit“

Was: „Transit“ beim Literaturtreff der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund
Wann: Mi., 21.12.16, 15 Uhr
Wo: Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, Max-von-der-Grün-Platz 1-3, ehem. Königswall 18, 44137 Dortmund
Wieviel: Eintritt frei

Zwei Grande Dames der Nachkriegsliteratur stehen im Mittelpunkt des nächsten Literaturtreffs für Seniorinnen und Senioren in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund: die Schriftstellerinnen Ilse Aichinger und Anna Seghers.

Dörte De Greiff und Volker Töbel stellen Aichingers Roman „Die größere Hoffnung“ und Anna Seghers „Transit“ vor und laden zur Diskussion darüber. Die vor kurzem verstorbene Ilse Aichinger erhielt 1971 den Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund. „Die größere Hoffnung“ aus dem Jahr ist ihr erster Roman. Bereits aus 1944 stammt Anna Seghers‘ Roman „Transit“, der von den Kriegserlebnissen der Autorin handelt.

Der Literaturtreff „… und das haben wir für Sie gelesen“ ist eine Veranstaltung des Fachbereichs „Senioren und Bibliothek“ der Stadt- und Landesbibliothek und des Vereins Pro Kultur. Die Bücher werden mit Unterstützung von Bibliotheksmitarbeiterinnen ausgewählt.

„Sagen von Unirdischen“ – Lesung in Berlin

Flyer zur Lesung mit Doreen Kähler

Flyer zur Lesung mit Doreen Kähler

Was: Lesung „Sagen von Unirdischen“
Wann: Do., 15.12.2016, 19 Uhr
Wo: jW-Ladengalerie, Torstraße 6, 10119 Berlin
Wieviel: 5 €, erm. 3 €
Anmeldung:
Tel. 030/53 63 55- 56 oder Mail an mm@jungewelt.de

Sagen von Unirdischen“ ist eine Erzählung aus dem Spätwerk der Schriftstellerin Anna Seghers und erschien in der Sammlung „Sonderbare Begegnungen“ 1973. Es ist die Zeit von Reformation und Bauernkrieg; Verwirrung, Not und Angst prägen das Leben. Doch diese unruhige Epoche birgt neue Hoffnungen – ist ein Aufbruch zu einem neuen Bewusstsein. Wie aber äußert sich dieses Neue im Menschen? Es liest Doreen Kähler, Einführung: Monika Melchert.

 

„Transit“ – Szenische Lesung in Bonn

Was: „Transit“ – Szenische Lesung mit dem Theater fulminant
Wann: Mo., 28.11.16, 19 Uhr
Wo: Pauke Life Kultur-Bistro, Endenicher Strasse 43, 53115 Bonn
Wieviel: 13,70 €, 7,50 €
Karten: online

„Transit“ ist ein autobiographischer Roman von Anna Seghers, welcher in beeindruckender Weise von den Flüchtlingsströmen erzählt, die im Sommer 1940 aus ganz Europa in das kurz vor der Besetzung stehende Marseille flohen und sich dort zu Tausenden versammelten. Die Flüchtlinge versuchen verzweifelt den sich nähernden Truppen der Nationalsozialisten zu entkommen, scheitern aber oft an fehlenden Papieren, Geldnöten und zu wenigen Plätzen auf den Schiffen.Eingebettet in diese für uns heute aktuelle Schilderung vom Alltag der Flüchtlinge, die auf der Jagd nach Transiten, Visa und Schiffsbillets sind, ist eine komplizierte Liebesgeschichte, die ein erstaunliches Ende nimmt. In der 1 ½-stündigen szenischen Lesung werden 30 kurze Szenen von insgesamt elf Schauspielern mit und ohne Handicap gespielt.

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Anna-Seghers-Gesellschaft trauert um Antoon Prinsen

Antoon Prinsen (Copyright Rainer Dyk)

Antoon Prinsen (Copyright Rainer Dyk)

Im Oktober 2016 ist Antoon Prinsen, der viele Jahre Schatzmeister der Anna-Seghers-Gesellschaft war, im Alter von 80 Jahren gestorben. Antoon gehörte zusammen mit seiner Frau Barbara Prinsen-Eggert zu den Gründungsmitgliedern der Gesellschaft und hat sich über viele Jahre dafür eingesetzt, dass Anna Seghers in Mainz und anderswo so gewürdigt wird, wie es ihrem literarischen Rang gebührt. Mit Antoon verlieren wir einen engagierten Mitstreiter und Freund, den wir nicht vergessen werden.

Trauerrede von Hans Berkessel [pdf]
Brief von Hans-Willi Ohl an die Familie [pdf]

26. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Berlin

Die 26. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft vom 18. bis zum 20. November 2016 in der Anna-Seghers-Schule in Berlin-Adlershof steht unter dem Motto „Alles war auf der Flucht, alles war nur vorübergehend“ – Zum Motiv von Flucht und Exil im Werk von Anna Seghers.

Anna Seghers und ihre Familie waren selbst Flüchtlinge. Sie mussten vor allem aus politischen Gründen 1933 das nationalsozialistische Deutschland verlassen und fanden zunächst in Frankreich und später in Mexiko Zuflucht. Für Anna Seghers dauerte das Exil 14 Jahre. Erst 1947 konnte sie wieder nach Berlin zurückkehren.

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