Märchenfest in der Stadt- und Kreisbibliothek “Anna Seghers” in Meiningen

In der Stadt- und Kreisbibliothek Anna Seghers, Gastgeberin der diesjährigen Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Meiningen, findet vom 1. November bis zum 26. Dezember 2014 das Thüringer Märchen- und Sagenfest statt. Besucherinnen und Besucher, jung und alt, erwartet in dieser Zeit ein vielfältiges Programm mit einer Reihe von Lesungen verschiedenster Märchen, Sagen und Geschichten.

Jutta Ditfurth liest Anna Seghers

In der JW Ladengalerie liest am Freitag, den 19. September um 19°° Uhr, Jutta Ditfurth aus Texten von Anna Seghers’, u.a. Der Ausflug der toten Mädchen, Das siebte Kreuz und Transit. Die Lesung findet in der Jungen Welt Ladengalerie statt. Der Eintritt kostet 6 Euro, ermäßigt 4. Um Anmeldung zur Veranstaltung wird unter 030/53 63 55- 56 oder mm@jungewelt.de gebeten.

24. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft vom 24.-26. Oktober 2014: Amitié – Barátság – Druschba, Teil II

Anna Seghers und Georg Lukács bei der Tagung des Weltfriedensrates in Berlin 1952

Anna Seghers und Georg Lukács bei der Tagung des Weltfriedensrates in Berlin 1952

Vom 24. bis zum 26. Oktober diesen Jahres findet die 24. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft statt. Mit dem Thema “Amitié – Barátság – Druschba, Freundschafts- und Arbeits­beziehungen in Leben und Werk von Anna Seghers” wird fortgesetzt, was im letzten Jahr auf der 23. Jahrestagung in Berlin begonnen wurde. Nahm die letzte Tagung Frankreich, die USA und Brasilien in den Blick und fokussierte die Freundschafts­beziehungen zu deutschen Gefährten, zu bekannten wie Jeanne und Kurt Stein und Christa Wolf, und zu weniger prominenten wie Ursula Amann, so liegt in diesem Jahr der Akzent auf den Arbeitsbeziehungen, aus denen sich wiederum persönliche Freundschaften entwickelten: Ilja Ehrenburg, Georg Lukács und das Ehepaar Gisl und Egon Erwin Kisch. Die Tagung ist am Samstag und Sonntag offen für alle Interessierte.

Flyer zur 24. Jahrestagung
Aktualisiertes Programm zur Tagung

Wir trauern um unser Ehrenmitglied Elfriede Brüning: 8. 11. 1910 – 5. 8. 2014

Elfriede Brüning auf der letzten Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft im November 2013 in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin.

Elfriede Brüning auf der letzten Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft im November 2013 in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin.

Sie war die letzte Vertreterin des Bun­des proletarisch-revolutionärer Schrift­steller, dem sie als ganz junge Autorin beigetreten war und dessen Ideale sie bis ins hohe Alter vertreten hat, mit ihren mehr als 30 Büchern und ihrem gesamten Einsatz als eine eindrucks­volle Persönlichkeit.
Elfriede Brüning, die Anna Seghers noch aus der Zeit der Weimarer Republik gekannt hat, wurde 1992 Gründungsmitglied der Anna-Se­ghers-Gesell­schaft Berlin und Mainz e. V. Noch im vergangenen No­vem­ber nahm sie an der Jahrestagung der Gesell­schaft in Berlin teil und begeisterte uns durch die lebendig vorgetragenen Erinnerungen an ihr Leben.
Wir werden ihr ein würdiges Andenken bewahren.
Die Trauerfeier findet am Mo., 25. August 2014, um 12 Uhr auf dem Dorotheenstädtschen Friedhof in Berlin, Chausseestr. 126 statt.

Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e. V.
- Der Vorstand -

Aktualisierte Auswahlbibliographie zu Anna Seghers

auswahlbibliographieWie findet man Literatur zu Anna Seghers, wenn man etwas über ihr Leben oder ihr Werk schreiben will? Antwort: in einer Bibliographie. Schaute man bisher auf die Homepage von Anna Seghers, so stößt man auf eine Bibliographie, die im Jahr 2003 endet. Das kann nicht so bleiben, beschloss der Vorstand der Anna-Seghers-Gesellschaft und hat nun dieses Verzeichnis von Texten über Anna Seghers aktualisiert. Den Grundstock bilden dabei die Aufsätze, die im ›Argonautenschiff‹, dem Jahrbuch der Anna-Seghers-Gesellschaft, veröffentlicht wurden. Das Verzeichnis erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, Ergänzungen sind erwünscht und werden gerne eingearbeitet. Schauen Sie einfach mal rein!

Auswahlbibliographie zu Anna Seghers 1992-2014

Auszeichnung für Abiturientin an der Integrierten Gesamtschule Anna Seghers Mainz

Christina Schreiber überreicht Tamara Ahmed die Auszeichnung, rechts: Schulleiter Harry Poignie

Christina Schreiber überreicht Tamara Ahmed die Auszeichnung, rechts: Schulleiter Harry Poignie

Während der akademischen Feier zum Abschluss der Abiturprüfungen an der Integrierten Gesamtschule Anna Seghers in Mainz erhielt die Abiturientin Tamara Ahmed eine Auszeichnung und einen Buchpreis der Anna-Seghers-Gesell­­schaft. Tamara Ahmed hat in den letzten Jahren bei öffentlichen Lesungen in Mainz, die von der Schule mitgestaltet wurden, einem größeren Publikum Texte von Anna Seghers zu Gehör gebracht und verfasst selbst lyrische Texte und Kurzgeschichten, die in einem gemein­samen Projekt mit der Berliner Partnerschule veröffentlicht wurden. Christina Schreiber, Vorstandsmitglied der Gesellschaft, überreichte Tamara Ahmed die Auszeichnung in den Räumen der Akademie der Wissenschaften und der Literatur am 28. März 2014.
Der Vorstand der ASG hat beschlossen, auch zukünftig einer Abiturientin oder einem Abiturienten der Anna Seghers-Schule als Anerkennung für literarisches Engagement einen Buchtitel von oder zu Seghers zu überreichen.

“Ein feiner Kerl – einer von uns” des Chawwerusch Theater am 13.4. in den Mainzer Kammerspielen

Szene aus der Inszenierung "Ein feiner Kerl" des Chawwerusch Theater (Quelle: Chawwerusch Theater)

Szene aus der Inszenierung “Ein feiner Kerl” des Chawwerusch Theater (Quelle: Chawwerusch Theater)

Im vergangenen Jahr führte das Chawwerusch-Theater Herxheim die In­­sze­­nierung “Ein feiner Kerl” in der KZ-Gedenkstätte in Osthofen erstmalig auf. Das Stück, eine Bearbeitung der Lebensgeschichte von Max Tschornicki – dessen gelungene Flucht aus dem KZ Osthofen Anregung für Anna Seghers’ Roman “Das siebte Kreuz” wurde – wird nun im Rahmen der Ausstellung “Lega­li­sier­ter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen und in Rheinhessen 1933-1945″ in den Mainzer Kammerspielen einem grö­ße­ren Publikum vorgestellt. Der Rechts­anwalt Max Tschornicki hatte, selbst nachdem die Nazis bereits an der Macht waren, angeklagte Nazigegner engagiert vor Gericht anwaltlich vertreten. Dafür wurde der Jude, Sozialdemokrat und Reichsban­nermann von den rheinhessischen Nazis gehasst, wie er von der linken Arbeitern verehrt wurde. Die Nazis sperrten ihn in das neu errichtete Konzentrationslager in Osthofen, aus dem er dank der Hilfe des Kommunisten Philipp Wahl, des Reichsbannerangehörigen Christoph Weitz und seiner Verlobten am 3. Juli 1933 fliehen konnte. Nach einer ›Odyssee‹ über Auschwitz, Groß Rosen, Buchenwald, Natzweiler und Sachsenhausen starb er völlig entkräftet und an Ruhr erkrankt am 20. April 1945 in einem Auenlager von Dachau. In den Mainzer Kammerspielen ist die Inszenierung mit Texten von Anna Seghers, Stéphane Hessel, Walter Benjamin und Wolf Biermann am Sonntag, den 13. April, um 19.00 Uhr zu sehen.

“Ein feiner Kerl – einer von uns” am 13.4. (19.00h) in den
Mainzer Kammerspielen

Veranstaltungen ›zu‹ und ›bei‹ Anna Seghers im März und April

Rudolf Schlolz’ "Bibliotheksroman" "Schließzeit", erschienen im Dingsda Verlag

Rudolf Schlolz’ “Bibliotheks­roman” “Schließzeit”, erschienen im Dingsda-Verlag

Während der Leipziger Buchmesse (13.-16. März 2014) finden in Leipzig traditionell eine Fülle von Lesungen statt – ein Lesefest mit dem Namen ›Leipzig liest‹. Dabei wird es in zwei Veranstaltungen auch um Anna Seghers gehen, denn am Freitag, den 14. März, liest Rudolf Scholz aus seinem Roman Schließzeit (erschienen im Dingsda Verlag) um 18.00h in der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen. In dem “Bibliotheksroman” kämpft die Bibliothe­karin Anne Wittig um den Erhalt der Bibliothek in einer ostdeutschen Kleinstadt. Vor einem Bild von Anna Seghers, das in der Bibliothek hängt und abgenommen werden soll, führt die Bibliothekarin im Roman immer wieder ›innere Dialoge‹ mit der Schriftstellerin.
Tags darauf (Samstag, den 18. März, 17.30h) stellen der Herausgeber Siegfried Lokatis, Professor für Buchwissen­schaften an der Universität Leipzig, und die Herausge­berinnen Theresia Rost und Grit Steuer ihr kürzlich im mitteldeutschen verlag erschienenes Buch Vom Autor zur Zensurakte: Abenteuer im Leseland DDR im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig vor. Der Band versammelt knapp 30 kompakte Artikel zum Thema, darunter auch ein Beitrag zu Anna Seghers: Konstantin Ulmer befasst sich mit der Publikationskontroverse im Jahr 1962 um die Luchterhand-Ausgabe in der Bundesrepublik von Anna Seghers’ Roman Das siebte Kreuz.
Auch die Anna-Seghers-Gedenkstätte, kürzlich in einem Fernsehbeitrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg vorgestellt, lädt in den kommenden Wochen zu Lesungen ein. Am 14. März (Freitag, 18.00h) erzählt Ursula Kurze aus dem Leben Rainer Maria Rilkes und singt einige seiner Gedichte in eigenen Vertonungen. Rechtzeitige Anmeldungen hierzu – telefonisch unter 030/6774725 (Di. und Do. 10-16h) – sind ratsam, ebenso zur Buchvorstellung der ersten Doppelbiographie zu Christa und Gerhard Wolf Gemeinsam gelebte Zeit (erschienen im Verlag für Berlin-Brandenburg) am Dienstag, den 8. April 2014 (18.00h) mit der Autorin Sonja Hilzinger.
Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dresden lädt in der “Woche der Brüderlichkeit” ebenfalls zu einem Seghers-Abend ein. Am 12. März liest dort im Jüdischen Gemeindehaus (Hasenberg 1) um 19.00h Monika Melchert aus ihrem Buch Heimkehr in ein kaltes Land, das beim Verlag Berlin-Brandenburg erschien.

Sendereihe “Autoren erzählen” im Südwestrundfunk (SWR)

In der Sendereihe “Autoren erzählen” präsentiert der Südwestrundfunk eine Folge kurzer Porträts deutscher Autorinnen und Autoren. Die Reihe greift dabei auf Fernseharchivmaterial zurück, auf Interviews und Tagungen, in denen die SchriftstellerInnen – darunter Heinrich Böll, Michael Ende, Anna Seghers, Christa Wolf, Heiner Müller, Uwe Johnson, Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch – u.a. über ihre Arbeit, ihr Selbstverständnis als Schriftsteller und die Gründe ihrer Entscheidung für ein Leben in West und Ost sprechen. Die neuen Sendungen werden in den nächsten Tagen zum ersten Mal ausgestrahlt (zu Anna Seghers, SWR, Sa. 22.02.2014 um 7:45h) und können bereits auf der Webseite Planet-Schule.de angeschaut werden.

Die Sendereihe auf planet-schule.de

›Brecht-Tage 2014‹. Diskussionen, ein Film und Vorträge zu Brecht, Musil, Seghers und Benjamin

Die diesjährigen ›Brecht-Tage 2014‹, vom 10. bis 14. Februar (Montag – Freitag) im Literaturforum im Brecht-Haus, wenden sich vor allem Brechts Romanen und Romanprojekten zu. Vorträge, Diskussionen und auch die Vorführung der einzigen Verfilmung eines Brecht Romans (Mi, 12.2., 20h) – „Geschichtsunterricht“ (Italien/BRD 1972, 88 Min.), von Jean-Marie Straub und Danièle Huillet, auf der Grundlage des Fragments “Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar” – werden dort zu sehen und zu hören sein. Eröffnet werden die ›Brecht-Tage‹ mit einer Diskussion zwischen Stephan Speicher und Lorenz Jäger über Brecht als Romancier. Jörg-Uwe Albig, Nora Bossong und Georg M. Oswald gehen besonders auf den “Dreigroschenroman”, den einzigen von Brecht fertiggestellen Roman, und seine mögliche erzählstrategische Aktualität zur Darstellung und Verhandlung des Kapitalismus ein (Di, 11.2., 20h). Jakob Hein und Gerhard Henschel diskutieren am Donnerstag über Brechts “Tui-Fragment” (kurz für „Tellekt-Uelle-In“). Auf der abschließenden öffentlichen Tagung (Eintritt frei) zu Brechts Romanen und Romanprojekten wird der Blick auch über Brecht hinaus geöffnet. Die Seghers-Forscherin Helen Feverhary wird über „Große/kleine Pädagogik im Romanwerk von Bertolt Brecht und Anna Seghers“ sprechen, Uta Degner über „Menschen ohne Eigenschaften. Innovationen des Gesellschaftsromans bei Brecht und Musil“ und Sophia Ebert beschäftigt sich mit einem von Brecht und Walter Benjamin gemeinsam geplanten Projekt zu einem Kriminalroman.

Das Programm der ›Brecht-Tage 2014‹ im Literaturforum im Brecht-Haus