“Elisabeth Langgässer und Anna Seghers: Unerwartete Nähe in Leben und Werk” – Vortrag in Mainz

Dr. Sonja Hilzinger (Bild: Regine Peter, Berlin)

Dr. Sonja Hilzinger (Bild: Regine Peter, Berlin)

Was: Vortrag von Dr. Sonja Hilzinger “Elisabeth Langgässer und Anna Seghers: Unerwartete Nähe in Leben und Werk”
Wann: Mi., 05.10.16, 18.30 Uhr
Wo: Wissenschaftliche Stadtbibliothek, Lesesaal, Rheinallee 3 B, 55116 Mainz
Wieviel: Eintritt frei

Im Sommer 1947 begegnen sich Seghers, die nach vierzehn Exil-Jahren zurückkehrt, und Langgässer, die während des „Dritten Reiches” im Land blieb, in Berlin wieder. Die eine hat ihre Mutter nicht vor der Deportation retten können, die andere ihre Tochter. Als Schriftstellerinnen nutzen sie beide christliche und mythologische Motive, die sie in gegensätzlichen weltanschaulichen Kontexten verankern. Die Kommunistin und die Katholikin könnten von ihren Lebenswegen und Persönlichkeiten her nicht unterschiedlicher sein und doch gibt es Momente von unerwarteter Nähe in ihren Biografien und in ihrem Werk, die über die Herkunft aus Rheinhessen hinausgehen. Sie sollen in diesem Vortrag beleuchtet werden.

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Anna Seghers-Preis 2016 für Yuri Herrera

Der Anna-Seghers-Preis 2016 geht an den mexikanischen Autor Yuri Herrera. Herrera gehöre zu den Autoren, “die sich mutig den Fragen ihrer Zeit stellen”, sagte die diesjährige Jurorin Franziska Muche. “Er ist ein großer Erzähler im Geiste Anna Seghers. Feinfühlig und kraftvoll lockt er uns in die Welt seiner Figuren, mit einer eigenen Sprache, die hochpoetisch ist und zugleich der Straße abgelauscht.” Der Preis wird am Freitag, den 18. November 2016, um 19 Uhr in der Berliner Akademie der Künste verliehen.

“Transit und mehr” – Lesung in Buckow

Ute Kaiser (© Georg Kronenberg)

Ute Kaiser (© Georg Kronenberg)

Was: Ute Kaiser liest Werke von Anna Seghers
Wann: So., den 04.09.16, 17 Uhr
Wo: Brecht-Weigel-Haus, Bertolt-Brecht-Straße 30, 15377 Buckow
Kontakt: Tel. 033433 / 467

Die Schauspielerin Ute Kaiser liest ausgewählte Passagen aus dem Roman Transit und stellt ihr aktuelles Seghers-Hörbuch vor, eines der ganz frühen Werke der Autorin, welches erst nach ihrem Tod entdeckt wurde und im November 2015 auf CD erschienen ist.

“Das leer gebliebene Kreuz. Jüdisch-Christliche Motive im Werk von Anna Seghers” – Akademiesoirée in Mainz

Flyer

Veranstaltungsflyer

Was:  Akademiesoirée “Das leer gebliebene Kreuz. Jüdisch-Christliche Motive im Werk von Anna Seghers” mit Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel, Tübingen
Wann: Fr., 02.09.2016, 19 Uhr
Wo: Erbacher Hof, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz
Wieviel: 5 €

Sie war nicht das, was man eine „religiöse Schriftstellerin” nennt, eine „christliche” schon gar nicht. Sie war von jüdischer Herkunft und von kommunistischer Überzeugung. Umso herausfordernder die Tatsache, dass diese Autorin immer wieder auch Motive aus der Welt von Judentum und Christentum in ihrem Werk verarbeitet hat. Das eröffnet Möglichkeiten, mit diesem Werk in einen Dialog zu treten und nach der Bedeutung jüdisch-christlicher Motive in säkularer Zeit zu fragen. In Mainz geboren und aufgewachsen hat Anna Seghers gerade in ihrem größten im Exil geschriebenen Roman „Das siebte Kreuz” von 1942 nicht nur dem Mainzer Dom ein einzigartiges literarisches Denkmal gesetzt, sondern auch dem Widerstand gegen den Faschismus in Deutschland und dabei dem Kreuz Zeichenkraft für Widerstand und Hoffnung gegeben. Es lohnt sich, dieses Werk unter weiteren Fragestellungen neu zu lesen und insbesondere den Seghers-Spuren im Mainzer Dom nachzugehen.

“Anna Seghers, ein Mainzer Mädchen” – Stadtführung in Mainz

Was: Stadtführung “Anna Seghers, ein Mainzer Mädchen”
Wann: So., 21.08.16, 15 Uhr
Wo: Dominformation, Marktportal, Markt 10, 55116 Mainz
Wieviel: 7 €, Schüler/Studenten 4 €, Rentner 6 €, Kinder bis 9 Jahre 3 €, Familienkarte 15 €
Kontakt: Tourist Service Center Mainz Tel. 06131 242827

Der Gästeführerverband Mainz e. V. führt an die Orte der Kindheit und Jugend von Anna Seghers. Mit Textlesungen aus den Werken Das siebte Kreuz und Der Ausflug der toten Mädchen.

“Transit” – Szenische Lesung in Lörrach

Was: Szenische Lesung des gleichnamigen Romans von Anna Seghers des Freien Theaters Tempus fugit
Wann: Mi., 29.06.16, und Do., 30.06.16, jeweils 20.30 Uhr
Wo: Neues Theaterhaus, Adlergäßchen 13, 79539 Lörrach
Wieviel: 10 €, erm. 5 €
Karten: online

Die Arbeit an Transit begann Anna Seghers 1941 auf ihrer eigenen Flucht aus Nazideutschland. Eindrücklich beschreibt sie einen Zustand der heute, 75 Jahre später, für viele Menschen wieder bittere Realität ist.

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“Heimkehr in ein altes Land” – Lesung in Stralsund

Was: Lesung aus Heimkehr in ein altes Land mit Monika Melchert
Wann: Fr., 03.06.16, 19 Uhr
Wo: StiC-er Theater Stralsund, Frankenstraße 57/61, 18439 Stralsund

Vierzehn Jahre hatte die Schriftstellerin Anna Seghers im Exil verbracht. Im Frühjahr 1947 kehrte sie nach Berlin zurück, eine Unbekannte, von deren Welterfolg “Das siebte Kreuz” hier niemand wusste. Sie kam nicht nur in ein zerstörtes Land, sie kam, wie sie fand, auch in ein fremdes Land. Und sie war ganz allein, der Mann noch in Mexico City, die beiden Kinder in Paris. Sie fühle sich, schrieb sie an Freunde in aller Welt, wie in die Eiszeit geraten, so kalt und versteinert komme ihr alles vor.

Wärme spendeten nur die Gefährten: Helene Weigel und Bertolt Brecht, die Schauspielerin Steffie Spira, die Schrift- stellerfreunde Jeanne und Kurt Stern und Berta Waterstradt. Und Halt gab auch die Arbeit, der mühsame und manchmal verzweifelte Kampf gegen die Verheerungen in den Köpfen apathischer Menschen.

“Anna Seghers’ Roman ‘Transit'” – Vortrag in Riedstadt

Anna Seghers' Roman "Transit"

Anna Seghers’ Roman “Transit”

Was: Vortrag über Anna Seghers’ Roman „Transit“ von Hans-Willi Ohl im Rahmen der Veranstaltunsreihe “Transit bewegt – Rhein-Main”
Wann: So., 03.07.16, 18 Uhr
Wo: Kunstgalerie am Büchnerhaus, Weidstraße 9, 64560 Riedstadt
Wieviel: Eintritt frei, Spenden willkommen

Die Mainzer Schriftstellerin Anna Seghers musste das nationalsozialistische Deutschland 1933 verlassen. Sie schrieb ihren Roman „Transit“, kurz bevor sie 1941 ihr erstes Exilland Frankreich verließ, um in ihr zweites Exilland Mexiko zu fliehen. Hans-Willi Ohl (Anna-Seghers-Gesellschaft) lotet in seinem Vortrag aus, was dieser „Übergang“ sowohl für den Helden des Romans als auch für die Schriftstellerin selbst bedeutete: Behördenkämpfe, Verlust der Heimat, Wechsel des Kontinents, der Sprache und der Kultur. Seghers hat dieser höchst aktuellen Problematik in künstlerisch überzeugender und menschlich ergreifender Weise Ausdruck verliehen.

“Heimkehr in ein altes Land” – Lesung in Greifswald

Cover "Heimkehr in ein altes Land"

Cover “Heimkehr in ein altes Land”

Was: Lesung mit Monika Melchert
Wann: Do., 02.06.16, 19 Uhr
Wo: Kapelle St. Spiritus, Lange Straße 49, 17489 Greifswald

Monika Melchert, arbeitet in der Anna-Seghers-Gedenkstätte und der Brecht-Weigel-Gedenkstätte in Berlin. Sie ist Herausgeberin der Buchreihe “Spurensuche. Vergessene Autorinnen wiederentdeckt” und hat über Anna Seghers (“Mit Kafka im Café”, 2006), Christa Wolf (“Kassandra vor dem Löwentor”, 2009) und Max Frisch (“Leben spielen”, 2011) publiziert. Zuletzt erschien 2011 ihr Titel “Heimkehr in ein kaltes Land. Anna Seghers in Berlin 1947 bis 1952”.

“Die Aufnahme deutscher Antifaschisten in Mexiko 1939–1942” – Vortrag in Offenbach

Was: Vortrag “Die Aufnahme deutscher Antifaschisten in Mexiko 1939–1942” – Bildungsseminar der Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Leben
Wann: Di., den 21.06.16, 19 Uhr
Wo: Volkshochschule Offenbach, Berliner Straße 77, 63065 Offenbach
Wieviel: Eintritt frei
Anmeldung: nicht erforderlich

Insgesamt nahm das postrevolutionäre Mexiko von Lázaro Cárdenas (1934-1940) ca. 40.000 antifaschistische Flüchtlinge auf: Spanische Republikaner, Juden und Interbrigadisten. Unter ihnen waren auch viele deutschsprachige Linksintellektuelle, wie Max Aub, Anna Seghers, Egon Erwin Kisch und Walter Reuter. Vor allem engagierte sich der mexikanische Generalkonsul Gilberto Bosques (1892-1995) von Paris (1939) und Marseille (1940-1942) aus, die regierungsamtliche antifaschistische Außen- und Asylpolitik der 1930er- und 1940er-Jahre erfolgreich anzuwenden. Völlig selbstlos war sie nicht, denn viele Flüchtlinge waren willkommene Fachkräfte für den reformierten Auf- und Ausbau von Infrastruktur, Bildung und Kultur. Unerwartet und groß waren die Probleme der Rückkehrer aus Mexiko in den fünfziger Jahren in der neugegründeten DDR. Oftmals galten sie als verdächtige Westemigranten.

Weitere Auskünfte sind unter Angabe der Kursnummer E1059VO bei der Telefonnummer 8065 3141 oder per E-Mail an vhs@offenbach.de erhältlich.