29. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft in Mainz

Die 29. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft findet in diesem Jahr unter dem Motto Begegnungen mit Anna Seghers vom 06.–08. Dezember 2019 in Mainz statt.

Angeregt insbesondere durch unsere jungen Mitglieder wollen wir uns auf dieser Jahrestagung mit dem Thema Begegnungen mit Anna Seghers beschäftigen. Dabei sind nicht nur persönliche Begegnungen mit der Schriftstellerin gemeint – von denen können wohl nur noch wenige unserer Mitglieder berichten –, sondern es geht um die Frage, wie unterschiedliche Personen in verschiedenen kulturellen und politischen Kontexten auf Anna Seghers als Dichterin und Mensch sowie auf ihre literarischen und essayistischen Texte aufmerksam geworden sind, sei es durch die Vermittlung (oder Nichtvermittlung) in der Schule, durch Verfilmungen ihrer Romane und Erzählungen, durch Hörspieladaptionen oder Gestaltungen anderer Dichter/innen und Bildender Künstler/innen.

Anmeldungen an: Christina Schreiber, An der Bordwiese 17, 55270 Klein-Winternheim oder christina.schreiber@anna-seghers.de

Flyer Tagungsprogramm [pdf]

Neuerscheinung: „Anna Seghers: The Challenge of History“

Anna Seghers: The Challenge of History features essays by leading scholars devoted to this most important German writer whose novels and stories have been read by millions worldwide. The volume is intended for teachers and students of literature and for general readers. The contributions address facets of Seghers’s large body of work which is characterized by reflections on political events shaping world history and written in a highly imaginative array of narrative styles. The first section focuses on the author’s famous novel The Seventh Cross. Articles in the next two sections analyze her reactions to crises that marked the twentieth century and her connections to other relevant thinkers of her time. The last section features new translations of Seghers’s works.

Herausgegeben von Helen Fehervary, Christiane Zehl Romero and Amy Kepple Strawser.

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„TransitTage“ – Theater in Bielefeld

Was: TransitTage. Ein Anna-Seghers-Projekt
Wann: Sa., 16.11.19, 19.30 Uhr
Wo: TAM drei, Alter Markt 1, 33602 Bielefeld
Karten: online

Im Frühjahr 1941 verlässt Anna Seghers Europa. In Deutschland ist ihr Werk zu diesem Zeitpunkt längst von den Nazis verboten, ihr Besitz beschlagnahmt, ihre Bücher verbrannt. In Mexiko wird sie, die verfolgte Antifaschistin, herzlich aufgenommen. Hier findet sie mit ihrer Familie für die verbleibenden Kriegsjahre Zuflucht sowie einen Kreis aus engagierten FreundInnen und KollegInnen. Ein gutes Zuhause, wenngleich auch keine neue Heimat. Permanent zwischen den Welten hängen. Nirgendwo ankommen. Nie ganz dazugehören. Das sind nicht nur die bestimmenden Themen in Anna Seghers‘ Leben, sondern auch in ihrem großen Exilroman Transit, aus dem im Februar 1943 in Mexiko erstmals öffentlich gelesen wird.

In der Ferne und Fremde entwirft die Autorin eine Analyse des Europas, das sie verlassen musste – und stellt erstaunliche Überlegungen über eines an, das mal werden könnte. Vor dem Hintergrund der bemerkenswerten Werke von Anna Seghers lohnt es sich einmal mehr, einen Blick auf das Europa zu werfen, das tatsächlich geworden ist. Ein Europa, das wieder mit Extremerfahrungen von Flucht und Exil konfrontiert ist. Ein Europa, in dem »Transitzentren« geschaffen werden, um »neue Grenzregime zu etablieren«.

TransitTage feiert Anna Seghers, Deutschlands große Exil-Erzählerin, ihren scharfen Blick, ihr Leben auf der Durchreise und all die Gestrandeten, denen sie eine bleibende Stimme verliehen hat.

„Anna Seghers & ‚Das siebte Kreuz‘ – eine Flucht durch Frankfurt“ – Stadtführung in Frankfurt am Main

Was: Stadtführung „Anna Seghers & ‚Das siebte Kreuz‘ – eine Flucht durch Frankfurt“
Wann: Mo., 11.11.19, 18.30 Uhr
Treffpunkt: 15 Minuten vor Führungsbeginn am Vorplatz des Hauptbahnhofs, Frankfurt am Main
Wieviel: 13 €

Anna Seghers verfasste 1938 im Exil einen der großen Frankfurt-Romane. Obwohl dieser schon während des Krieges mit Spencer Tracy in der Hauptrolle verfilmt wurde, ist sein Frankfurtbezug weitgehend unbekannt. Ein Spaziergang zu den Schauplätzen des Buches.

Zum Tode von Sigrid Bock (1930-2019)

Die Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V. trauert um Sigrid Bock, eines ihrer wichtigsten Gründungsmitglieder, eine gute Freundin und überaus liebenswerte Frau. Es geht wesentlich auf ihr Engagement zurück, dass nach 1990 die Erinnerung an Anna Seghers nicht beschädigt wurde. Auch bei der Gründung und Konzipierung unseres Jahrbuchs „Argonautenschiff“ war Sigrid Bock federführend und ideenreich. Die Seghers-Forschung verliert eine bedeutende Germanistin, die sich jahrzehntelang dem Schaffen der großen Erzählerin gewidmet hat. Die Lebensleistung von Prof. Dr. Sigrid Bock ist untrennbar verbunden mit der Literatur von Anna Seghers: In vier Bänden ihrer verdienstvollen Edition „Über Kunstwerk und Wirklichkeit“ (1970-1979) hat sie akribisch alles gesammelt und kommentiert, was die Schriftstellerin über ihr erzählerisches Werk hinaus in Essays, Reden, Artikeln und Briefen für das Wirkungspotential von Literatur und Ästhetik geleistet hat. So konnte sie gerade auch die Publizistik von Seghers aus den frühen Jahren wiederentdecken und neu zugänglich machen.
Einer der schönsten, ja aufsehenerregenden Funde ist die ganz frühe Erzählung „Die Toten auf der Insel Djal“, 1925 in der Frankfurter Zeitung gedruckt und von Sigrid Bock 1985 im Aufbau-Verlag in einer bibliophilen Ausgabe herausgegeben.
Ihr Buch „Der Weg führt nach St. Barbara. Die Verwandlung der Netty Reiling in Anna Seghers“ (2008) hat über die Studienjahre und die frühen Prägungen der jungen Netty Reiling bis in die Zeit, als Anna Seghers die Meistererzählung „Aufstand der Fischer von St. Barbara“ geschrieben hat, fundamental Neues zu Tage gefördert und in feinsinnigen Deutungen herausgearbeitet. Dabei hat sie stets eminent politische Fragestellungen in den Fokus genommen und die Mitglieder der Anna-Seghers-Gesellschaft zu lebhaften Diskussionen angeregt.
Sigrid Bock war bis zu ihrer Emeritierung 1990 Professorin an der Akademie der Wissenschaften der DDR. In zahlreichen Publikationen hat sie sich zur deutschen Literatur des Exils und zur Antikriegsliteratur seit 1918 geäußert.

Die Trauerfeier findet am Freitag, 15. November 2019, statt: 14 Uhr im Krematorium Berlin-Baumschulenweg, Kiefholzstraße 221.

„Transit“ – Theater in Wangen im Allgäu

Was: „Transit“ – Gastspiel des Landestheaters Tübingen nach dem Roman von Anna Seghers
Wann: Fr., 11.10.19, 20 Uhr
Wo: Stadthalle, Jahnstr. 21, 88239 Wangen im Allgäu

Während des Zweiten Weltkrieges ist Marseille der letzte „freie“ Überseehafen und damit die letzte Chance für wartende Flüchtlinge. Es sind überwiegend Deutsche, die ihr Leben retten wollen vor dem mörderischen Treiben der NS-Diktatur: Juden, Regimekritiker und Künstler. Entweder hier oder nirgends. Aber sie müssen warten – warten auf eine Aufenthaltsgenehmigung, einen neuen Pass, ein Transit-Visum. Und so stehen sie Schlange in den Konsulaten voller Hoffnung auf ein Schiff, das sie aus dem brennenden Europa wegbringt: Der Kapellmeister auf dem Weg nach Caracas, die Schriftstellerin auf der Flucht vor sich selbst, der Arzt und der Erzähler, der sich das Visum eines verstorbenen Schriftstellers angeeignet hat und an dessen Stelle reisen will. Wäre da nicht Marie, die Frau des Toten …

In „Transit“ sind es vor allem Deutsche, die sich auf der Flucht befinden – wie die Autorin Anna Seghers (1900–1983), die selbst 1941 über Marseille nach Mexiko floh. Der Roman erschien 1944 zunächst nur in englischer und spanischer Sprache. Er erzählt die Geschichte einer Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.

„Transit“ – Theater in Tübingen

Was: Premiere von „Transit“ – Theater nach dem Roman von Anna Seghers
Wann: Fr., 27.10.19, 20 Uhr
Wo: Landestheater Tübingen, Eberhardstr. 6, 72072 Tübingen
Wieviel:
6–28 €
Karten: online

Während des Zweiten Weltkrieges ist Marseille der letzte „freie“ Überseehafen und damit die letzte Chance für wartende Flüchtlinge. Es sind überwiegend Deutsche, die ihr Leben retten wollen vor dem mörderischen Treiben der NS-Diktatur: Juden, Regimekritiker und Künstler. Entweder hier oder nirgends. Aber sie müssen warten – warten auf eine Aufenthaltsgenehmigung, einen neuen Pass, ein Transit-Visum. Und so stehen sie Schlange in den Konsulaten voller Hoffnung auf ein Schiff, das sie aus dem brennenden Europa wegbringt: Der Kapellmeister auf dem Weg nach Caracas, die Schriftstellerin auf der Flucht vor sich selbst, der Arzt und der Erzähler, der sich das Visum eines verstorbenen Schriftstellers angeeignet hat und an dessen Stelle reisen will. Wäre da nicht Marie, die Frau des Toten …

In „Transit“ sind es vor allem Deutsche, die sich auf der Flucht befinden – wie die Autorin Anna Seghers (1900–1983), die selbst 1941 über Marseille nach Mexiko floh. Der Roman erschien 1944 zunächst nur in englischer und spanischer Sprache. Er erzählt die Geschichte einer Liebe zwischen Flucht, Exil und der Sehnsucht nach einem Ort, der ein Zuhause ist.

„Das siebte Kreuz“ – Lesung in Augsburg

Was: Lesung „Das siebte Kreuz“
Wann: So., 06.10.19, 11 Uhr
Wo: Brechthaus, Auf dem Rain 7, 86152 Augsburg
Wieviel: 5 €

Stefan Schön liest aus Anna Seghers‘ Roman „Das siebte Kreuz“.

Neuerscheinung „Mit einer Flügeltür ins Freie fliegen. Gespräche“

Anna Seghers ist eine der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen. Mit fesselnden Werken wie Transit und Das siebte Kreuz erlangte sie Weltruhm und prägte sie das vergangene Jahrhundert mit. Als Jüdin, Kommunistin und entschlossene Gegnerin des Nationalsozialismus wurde sie verfolgt, wurden ihre Bücher verboten und verbrannt. Nach ihrer Rückkehr aus dem Exil folgte sie dem Ruf der Kommunistischen Partei und entschied sich für ein Leben in der DDR. Als Präsidentin des Deutschen Schriftstellerverbandes betonte sie stets die Bedeutung der Literatur für den Aufbau des Sozialismus und wurde als Ikone des DDR-Literaturbetriebs gefeiert. Der vorliegende Band Mit der Flügeltür ins Freie fliegen bringt bislang unveröffentliche Gespräche, die Anna Seghers mit dem NDL-Redaktuer Achim Roscher seit dem Jahr 1961 führte. Sie drehen sich um neue Literatur, um ästhetische Positionen, um historische Ereignisse – und stets auch um die Belange der schriftstellerischen Arbeit in der DDR. Die aufmerksame und stets interessierte Leserin will von ihm wissen, wer denn dieser B. Traven-Forscher sei; Rolf Recknagel deckte das Pseudonym Travens auf, und die Seghers will ihm sagen, dass er auf dem richtigen Weg ist. So lernen sie sich kennen; und immer wieder besucht Roscher danach Anna Seghers, die Gespräche werden in lockerer Folge bis zu ihrem Tode fortgeführt. Von Anfang an zeichnet Roscher die Gedanken der Seghers auf. Entstanden ist ein sehr persönliches Lebenszeugnis dieser großen Schriftstellerin, ergänzt durch Briefe, die sie in dieser Zeit an Roscher bzw. die Literaturzeitschrift NDL schrieb.

Mit einer Flügeltür ins Freie fliegen. Gespräche. Anna Seghers und Achim Roscher. Berlin: Verlag Neues Leben, ISBN 978-3-355-01884-5, 192 S., gebunden, 20 €. Bestellen.

Zum Tod von Prof. Dr. Eva Kaufmann

Prof. Dr. Eva Kaufmann (Foto: Bernd Lasdin)

Prof. Dr. Eva Kaufmann (Foto: Bernd Lasdin)

Die Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V. trauert um ihr Gründungsmitglied, die Literaturwissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Kaufmann, die am 18. Juli in Berlin nach einem erfüllten Leben gestorben ist. 1930 in Berlin geboren, bekam sie 1951 die Möglichkeit, an der Arbeiter-und-Bauern-Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) die Hochschulreife zu erwerben, Germanistik zu studieren und – nach Tätigkeiten an der Akademie der Wissenschaften Berlin und der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie akademischen Auslandsaufenthalten – 1975 als Dozentin an die HUB zurückzukehren. Dort wurde sie 1977 zur ordentlichen Professorin für Neuere Deutsche Literatur berufen.

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