Literarische Lesung und Podiumsgespräch am 5. Juni in Mainz

Anna Seghers bei der Arbeit.

Anna Seghers bei der Arbeit.

Zum 30. Todestag der Schriftstellerin Anna Seghers lädt die Anna Seghers Gesellschaft in den Festsaal der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz (Peter-Altmeier-Allee 1, 55116 Mainz) am Mittwoch, 5. Juni 2013, 18:30 Uhr ein. Neben musikalischen Beiträgen von Malte Benz (IGS Anna Seghers Mainz) liest die Schauspielerin Gaby Reichardt Anna Seghers’ Erzählung „die Reise­begegnung“, einer fiktiven Begegnung zwischen E.T.A. Hoffmann, Gogol und Kafka. Anschließend findet ein von Felicitas von Lovenberg moderiertes Podiums­gespräch zwischen Pierre Radvanyi, dem Sohn von Anna Seghers, dem Publizisten Wilhelm von Sternburg und dem Schriftsteller Jan Seghers (alias Matthias Altenburg) statt. Der Eintritt ist frei. Die Anna Seghers Gesellschaft bittet lediglich um eine schriftliche Rückmeldung, die unten zum Download bereitsteht.

Flyer der Veranstaltung [pdf]
Anmeldung [pdf]

Anna Seghers’ “Sagen von Artemis” gelesen von Ute Kaiser

Ute Kaiser

Ute Kaiser

Am Donnerstag, den 6. Juni 2013, um 19.00 Uhr wird die Schauspielerin Ute Kaiser Anna Seghers’ 1937 entstandene Erzählung “Sagen von Artemis” lesen. Anlässlich des 30. Todestags der Schriftstellerin findet die Lesung im Kulturzentrum Alte Schule im Bürgersaal (Dörpfelstraße 54) statt. Um Anmeldungen, telefonisch unter: 030/ 6774725, Dienstag und Donnerstag jeweils von 10-16 Uhr, wird gebeten. Die Veranstaltung wird von der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur, Amt für Weiterbildung u. Kultur des Stadtbezirks Treptow-Köpenick organisiert.

Flyer zur Lesung mit Ute Kaiser [pdf]
Zur Homepage von Ute Kaiser

“Jeder neue Schritt ist immer nur der vorletzte”. Konzertreihe des Komponisten und Musikers Marc Kilchenmann zu Anna Seghers’ „Das siebte Kreuz“

Der Musiker, Musikdozent und -pädagoge, Komponist und Verleger Marc Kilchenmann.

Der Musiker, Musikdozent und -pädagoge, Komponist und Verleger Marc Kilchenmann.

Anlässlich des 30. Todestags der Schriftstellerin Anna Seghers’ kommt in sechs Städten der Schweiz und Deutschland ein musikalisches Programm zur Aufführung, das der Komponist und Musiker Marc Kilchenmann, angeregt durch Anna Seghers’ Roman “Das siebte Kreuz”, zusammenstellte. Kilchenmann versteht sich als “Generalist im Zeitalter des Spezialistentums”, ist Dozent an der Hochschule der Künste Bern im Fachbereich Fagott, Musikpädagoge, Verleger beim aart verlag sowie Kammer- und Orchester­musiker. Die entstan­denen Kompo­sitionen sollen die “Genauigkeit beleuchten”, mit der, so Kilchen­mann, “Seghers die Gesellschaft im ‘Dritten Reich’” mit den “unterschiedlichen Strategien vom Überleben, Helfen, Eingreifen oder Wegschauen” facettenreich darstellte. Das Konzert mit Werken von Bach sowie vier Uraufführungen eigener Kompo­sitionen Kilchen­manns wird unter dem Titel “Jeder neue Schritt ist immer nur der vorletzte” ab dem 17. Mai aufgeführt:

Die Konzertdaten und -orte im Überblick:
Fr. 17.5. 2013, 19.30 Uhr im Zürich, Kunstraum Walcheturm
Sa. 18.5. 2013, 19.30 Uhr in Basel, Ackermannshof
Mo. 20.5. 2013, 11.00 Uhr in Bern, Kirche Nydegg
Do. 23.5. 2013, 18.00 Uhr in Osthofen, Gedenkstätte KZ Osthofen
Mo. 27.5. 2013, 18.30 Uhr in Hagen, Osthaus Museum Hagen
Sa. 1.6. 2013, 19.00 Uhr in Berlin, Kunstquartier Bethanien, Studio 1

Call for Papers zur Seghers-Konferenz am 23. November 2013 in Berlin

„Amitié – Barátság – Druschba. Arbeits- und Freundschafts­beziehungen im Leben und Werk von Anna Seghers“. Diesem Thema wird sich die 23. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft vom 22.-24. November 2013 in der Berliner Landesvertretung Rheinland-Pfalz im 30. Todesjahr der Autorin widmen. Sie fragt nach dem Stellenwert von Freundschaft sowohl aus biografischer wie auch aus literarischer und ästhetischer Perspektive, wobei sich durch die vielfältigen Beziehungen Anna Seghers’ sehr viele Anknüpfungspunkte ergeben.

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Einrichtung des “KZ Osthofen” vor 80 Jahren im März 1933

Vorderseite einer Postkarte aus dem Konzentrationslager Osthofen, 1933/34. Quelle: Förderverein Projekt Osthofen e.V.

Vorderseite einer Postkarte aus dem Konzentrationslager Osthofen, 1933/34. Quelle: Förderverein Projekt Osthofen e.V.

Vor 80 Jahren, im März 1933, kurz nach der sogenannten „Machtergreifung“ der National­so­zia­lis­ten, entstand im damaligen Volks­staat Hessen in einer ehe­mali­gen Papier­fabrik eines der ersten “Kon­­zen­­trations­­lager” – das KZ Osthofen bei Worms. Die Häftlinge aus verschiedenen Teilen Hessens waren Gegner des NS-Regimes, allen voran Mitglieder der KPD, der SPD und Gewerk­schaft­ler, aber auch Angehörige des Zentrums, Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und andere. Zwar wurde im KZ Osthofen niemand ermordet, aber die Häftlinge wurden auf menschenunwürdige Weise behandelt und teilweise systematisch gefoltert. 14 Monate lang existierte das Lager, bevor es im Sommer 1934 aufgelöst wurde. Die Häftlinge wurden in andere Haftstätten und Lager verschleppt, viele später getötet. Das Lager war alles andere als ein gehütetes Geheimnis. In regionalen und überregionalen Zeitungen wurde regelmäßig von “Überführungen” ins “Konzen­trations­lager Osthofen” berichtet, auch über häufigen Beifall sich versammelnder Menschen bei Verhaftungen und Abtransport (Paul Grünewald 1983, S. 53-70). Bei dem obigen Bild handelt es sich um eine Postkarte, mit der die Häftlinge an ihre Angehörigen schreiben konnten, wo sie sich aufhielten. Anna Seghers hat in ihrem Roman „Das siebte Kreuz“ diesem KZ ein literarisches Denkmal gesetzt. Der Hessische Rundfunk sendete anlässlich des 80. Jahrestages der Einrichtung des KZ Osthofen einen Beitrag von Julika Tillmanns.

Beitrag des Hessischen Rundfunks zum 80. Jahrestag des KZ Osthofen [mp3]
Gedenkstätte KZ Osthofen

Zum 84. Geburtstag von Christa Wolf

Die Klasse 5A der Anna-Seghers-Schule in Berlin am Grab von Christa Wolf.

Die Klasse 5A der Anna-Seghers-Schule in Berlin am Grab von Christa Wolf.

Die Klasse 5A der Anna-Seghers-Schule in Berlin legte am 18. März mit ihrer Lehrerin Birgit Burmeister am Grab von Christa Wolf auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin zu deren 84. Geburtstag ein Blumen­ge­bin­de der Anna-Seghers-Gesellschaft nieder. Damit will die Gesell­schaft daran erinnern, dass Christa Wolf Anna Seghers persönlich eng verbunden war und viel für das Werk der Schrift­stellerin getan hat. Die Schü­lerinnen und Schüler nutzten dabei die Gelegen­heit, auch der Namens­geberin ihrer Schule einige Oster­glocken auf ihr Grab zu stellen.

Buchvorstellungen zum 30. Todestag Anna Seghers’

"Heimkehr in ein kaltes Land" von Monika Melchert, erschienen im Verlag Berlin-Brandenburg.

“Heimkehr in ein kaltes Land” von Monika Melchert, erschienen im Verlag für Berlin-Brandenburg.

Anlässlich des 30. Todestages von Anna Seghers werden am 20. März 2013 um 19.30 Uhr zwei Bücher mit Texten von und über die Schriftstellerin vorgestellt, die sich beide mit der Zeit nach ihrer Rückkehr aus dem Exil beschäftigen. Zum einen der von Robert Cohen herausgegebene Band Erzählungen 1948-1949, erschienen in der Werkausgabe im Aufbau-Verlag. Zum anderen Monika Melcherts Buch Heimkehr in ein kaltes Land. Anna Seghers in Berlin 1947 bis 1952. Das Buch, so Melchert, “erzählt von den ersten Jahren, die Anna Seghers wieder auf deutschem Boden verbrachte, ihren Plänen, Wünschen, Sehnsüchten, dem Misstrauen, das sie umgab, ihren Ängsten und den Hoffnungen, an denen sie trotz allem festhielt.” Der Abend findet in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz (In den Ministergärten 6, 10117 Berlin) in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus statt und wird von der Literaturwissenschaftlerin Sonja Hilzinger moderiert.

“Crisanta” von Anna Seghers. Lesung in der Akademie der Künste

Am 5. März liest Nina Hoss in der Akademie der Künste am Pariser Platz 4 aus Anna Seghers 1951 erschienenen Erzählung “Crisanta”, deren Handlung als einer der wenigen Texte Anna Seghers’, in Mexiko spielt. Darin wird das Leben der jungen Crisanta wird geschildert, die ihre Eltern nicht kennt, als Tortillabäckerin in die Hauptstadt kommt, sich verliebt, ihrem Kind später als Limona­den­ver­käu­ferin die Existenz sichert – ohne Sentimentalität, ohne moralische Be­wer­tung. Die Lesung beginnt um 20.00 Uhr, Eintritt: 5€, ermäßigt 3€.

Anna-Seghers-Straße in Kassel-Wehlheiden?

OLYMPUS DIGITAL CAMERASeit Dezember 2012 gibt es im nord­hes­sischen Kassel-Wehl­heiden Streit um die Be­nen­nung einer Straße nach Anna Seghers. SPD und GRÜNE haben einen ent­sprech­enden Antrag eingebracht, die CDU ist vehement dagegen. Wehlheiden ist der Ort, in dem auch der Histo­riker, Schrift­steller, Publizist und Jour­nalist Kurt Kersten geboren wurde, der mit Anna Seghers befreundet war. Pierre Radvanyi, der Sohn von Anna Seghers, erwähnt eine Begegnung  seiner Mutter mit Kurt Kersten in seinem Buch „Jenseits des Stroms“. Am 18. Mai 1962 starb Kurt Kersten in New York City. Seinem Wunsch folgend wurde seine Asche in Kassel-Wehl­heiden beigesetzt. 2009 wurde das Grab von Kersten durch Beschluss der Stadt­verord­neten­ver­samm­lung als Ehrengrab der Stadt Kassel anerkannt.
 
Einige zusammengestellte Beiträge der Debatte (aktualisiert am 27.2.2013)
“Streit um Anna-Seghers-Straße” – Fernsehbeitrag aus der Hessenschau vom 12.2.2013
Ursula Elsners 2003 im Argonautenschiff erschienener Aufsatz “Wi(e)der alle Klischees?”

Bericht der 22. Jahrestagung

Vom 16. bis 18. November 2012 fand in Mainz die 22. Jahres­tagung der Anna-Seghers-Gesellschaft statt. Sie beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie ideologische Klischees und ‘Fehllektüren’ in Ost und West die bisherige Rezeption der sogenannten ‘DDR-Romane’ von Anna Seghers (‚Die Entscheidung’ und ‚Das Vertrauen’) prägten.

Das Programm der Tagung
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